Charlottenburg : Bundesbaubehörde zieht ins Ernst-Reuter-Haus

Zur Eile gedrängt: Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung hat mit dem Ernst-Reuter-Haus bald einen neuen Dienstsitz in Berlin.

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Endlich vermietet. 700 Mitarbeiter sollen bald ins Ernst-Reuter-Haus ziehen.
Endlich vermietet. 700 Mitarbeiter sollen bald ins Ernst-Reuter-Haus ziehen.Foto: Thilo Rückeis

Ab Sommer 2011 sollen 700 der 800 Mitarbeiter der Baubehörde von Bundesminister Peter Ramsauer (CSU) in das Gebäude an der Straße des 17. Juni ziehen. Bisher sind die Mitarbeiter auf etwa 20 Standorte in Berlin verteilt. In dieser Woche wurde der Mietvertrag zwischen der Bundesimmobilienanstalt, dem BBR und der Gebäudeeigentümerin Cenda Invest AG/Rockpoint Group unterzeichnet. Der Mietvertrag läuft nach Tagesspiegel-Informationen über 17 Jahre mit einer Gesamthöhe von 89 Millionen Euro. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte Mitte Dezember eine Summe von rund 77,7 Millionen Euro bewilligt – zusätzlich zu bereits zugesagten zwölf Millionen Euro.

Bei dem Beschluss war Eile geboten, da der Gebäudeeigentümer „nicht mehr bereit“ war, „weitere Verzögerungen beim Mietvertragsabschluss hinzunehmen“, wie aus der Vorlage des Bundesfinanzministeriums, die dem Tagesspiegel vorliegt, hervorgeht. Der Mietvertrag habe noch 2010 abgeschlossen werden müssen, um die BBR-Umzüge zu planen. Für die Behörde wäre neben dem Ernst-Reuter-Haus laut Vorlage nur noch das „Königstadt Carree“ in der Mollstraße in Betracht gekommen. Dieses Objekt ist jedoch bereits anderweitig vermietet worden. Vom Bundesbauministerium war darüber keine Stellungnahme zu erhalten.

Das künftige Domizil der Bundesbehörde wurde zwischen 1938 und 1942 als „Haus des Deutschen Gemeindetages“ nach Plänen des Architekten Walter Schlempp errichtet. 1953 wurde es nach dem im selben Jahr verstorbenen Regierenden Bürgermeister umbenannt. Als der Deutsche Städtetag Ende der Fünfzigerjahre seinen Hauptsitz nach Köln verlegte, behielt er eine Dépendance in Berlin. Das viergeschossige Gebäude wurde mehrfach umgebaut, Räume wurden zum Teil an die Technische Universität vermietet. Seit 2008 ist die Cenda Invest AG/Rockpoint Group Eigentümerin. Architekt Sergei Tchoban plante die Modernisierung und den Ausbau des Baudenkmals. Der Umzug der Bundesbaubehörde, die die Bauprojekte des Bundes betreut, soll 2012 abgeschlossen sein. Das BBR ist auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern einziger Mieter des Ernst-Reuter-Hauses.

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