Berlin : Charlottenburg: Das Kaufhaus "Bahnhof Zoo" wird größer

Cay Dobberke

Der Bahnhof Zoo soll noch mehr als bisher zum Einkaufszentrum mit Gleisanschluss werden. Die Deutsche Bahn plant eine neuerliche Modernisierung und will vor allem den Einzelhandelsbereich vergrößern. Die Arbeiten könnten in diesem Jahr beginnen. "Wir sind aber noch in der Endabstimmung der Pläne", sagte Sprecher Andreas Fuhrmann auf Anfrage. Nach Kenntnis der Händlergemeinschaft AG City soll sich die Verkaufsfläche, die derzeit 2000 Quadratmeter beträgt, in etwa verdoppeln. Außerdem sind neue Aufgänge im Ostteil sowie "Lounges" für die 1. und 2. Klasse im Zwischengeschoss mit dem IC-Restaurant geplant. Ins Bahnhofsinnere soll auch mehr Tageslicht gelangen.

In den letzten großen Umbau des Bahnhofs Zoo hatte die Bahn 1994 rund 16 Millionen Mark investiert und Platz für 23 Geschäfte sowie ein neues Reisezentrum geschaffen. Gleichzeitig schloss das Postamt im Bahnhof; ersatzweise gibt es im nahen Neuen Kranzler-Eck am Kurfürstendamm / Ecke Joachimstaler Straße eine rund um die Uhr geöffnete "City-Filiale". Nach dem Willen der Bahn und vieler Bezirkspolitiker sollte das Land Berlin nun auch den Hardenbergplatz neben dem Bahnhof umgestalten. Derzeit gilt der Platz als schlechte Visitenkarte Berlins für Reisende. Auf Antrag der CDU sprach sich die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf in ihrer jüngsten Sitzungt für "mehr Sauberkeit am Bahnhof Zoo" aus. Insbesondere müssten "Taubenkadaver aus den Netzen an der Brücke Hardenbergstraße entfernt und der Taubenkot auf dem Gehweg besser beseitigt" werden.

Die Geschäftspassagen in verschiedenen Bahnhöfen bringen laut Bahnsprecher Fuhrmann "sehr gute" Gewinne. Die Läden öffnen von 8 bis 22 Uhr, manche sogar rund um die Uhr. Aktuelle Umsatzzahlen liegen nicht vor, aber schon Ende 1996 wurden am Zoo 35 000 Mark pro Quadratmeter und Jahr erzielt - rund dreimal mehr als im Berliner Einzelhandel üblich. Die Station wird täglich von 170 000 bis 200 000 Menschen frequentiert. Noch ist die Verkaufsfläche relativ gering. Führend ist mit 12 000 Quadratmetern der Ostbahnhof in Friedrichshain, dessen Umbau im Juni 2000 endete. Der Bahnhof Friedrichstraße bietet seit September 1999 eine Verkaufsfläche von 5600 Quadratmetern. Am Alexanderplatz gibt es 2600 Quadratmeter, am Hackeschen Markt 2650 und in Spandau 1600. Bundesweit hat die Bahn für 25 Stationen ein 1,1 Milliarden Mark teures Modernisierungsprogramm gestartet. Boulevard Berlin:
Was die Stadt bewegt... Auch die BVG baut immer mehr Ladenzeilen in U-Bahnhöfen. Die neueste mit zwölf Geschäften eröffnete gerade im Zwischengeschoss unter dem Adenauerplatz. Am Fehrbelliner Platz gibt es seit Sommer 2000 eine Passage mit 23 Läden, von denen zurzeit allerdings mehrere leer stehen. Am Rathaus Spandau hat sich der Baubeginn verzögert, der ursprünglich für März geplant war. Gestern nannte Sprecherin Barbara Mansfield den 7. Juni als neuen Termin. Für die geplante Erweiterung der Ladenflächen im U-Bahnhof Rathaus Steglitz gibt es noch keinen Zeitpunkt. Ob die Station Kleistpark eine Geschäftspassage erhält, steht aus finanziellen Gründen noch nicht fest.

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