Berlin : Charlottenburg: Olympiagelände gehört bald Berlin

Cay Dobberke

Während das Olympiastadion umgebaut wird, gibt es auch Veränderungsideen für das ganze Olympiagelände. Das einstige Reichssportfeld gehört immer noch dem Bund. Doch "in absehbarer Zeit" werde die unentgeltliche Übertragung ans Land Berlin besiegelt, heißt es aus der Senatssportverwaltung. Der Vertragsentwurf liegt längst vor. Derzeit erstellt die Behörde ein "Leitkonzept" für das 131-Hektar-Areal. Ende August soll es mit dem Landessportbund (LSB) abgestimmt werden.

Vereine und Verbände hegen anspruchsvolle Pläne. So will der Berliner Fußball-Verband (BFV) sein "Landesleistungszentrum" mit Sportschule, Gästehaus und Geschäftsstelle ansiedeln. Das sagte Schatzmeister Bernd Schultz am Dienstagabend bei einer Diskussion, zu der Charlottenburg-Wilmersdorfs CDU-Bürgermeister Andreas Statzkowski eingeladen hatte. Zur Finanzierung will der BFV zwei Grundstücke verkaufen: das Leistungszentrum in der Straße Am Kleinen Wannsee in Zehlendorf und die Halenseer Geschäftsstelle. Die Mitgliedsvereine signalisierten laut Schultz ihr Einverständnis, der Verbandstag müsse aber noch zustimmen. Das Zentrum solle möglichst Mitte 2002 bis Anfang 2003 eröffnen.

Die Wasserfreunde Spandau 04 möchten das Forumbad an der Hanns-Braun-Straße von den Bäderbetrieben übernehmen. So wollen die Schwimmer und Wasserballer eine mögliche Schließung verhindern. Anders als das Olympiabad dient das Forumbad ausschließlich Vereinen und Schulen. Teuer ist vor allem die Energie; das wollen die Wasserfreunde mit Solartechnik ändern. Zu den Vereinsmitgliedern gehört der Solarexperte und Träger des alternativen Nobelpreises 1999, Hermann Scheer. Aus Sicht der Bäderbetriebe ist die Zukunft des Bades noch offen. Der Aufsichtsrat beschließe darüber frühestens im Herbst, hieß es gestern.

Insgesamt soll das Olympiagelände mehr der Öffentlichkeit dienen und intensiver genutzt werden. "Allein wird das Land Berlin das nicht schultern", sagte der SPD-Abgeordnete Holger Rogall bei der Diskussion. Um Sanierungen und Umbauten zu finanzieren, will er "sportnahe Dienstleistungen" ansiedeln. Hertha-BSC-Geschäftsführer Ingo Schiller und LSB-Sportstättenreferent Peter Hahne stimmten zu. "Ausufernden Kommerz" dürfe es aber nicht geben, warnte Hahne. Zur Sprache kamen auch die Raumnöte des Sportmuseums, das nur einen Bruchteil seiner Sammlung zeigen kann. Die Sportverwaltung teilte ergänzend mit, das Museum werde im Konzept berücksichtigt.

Anwohner beklagten Müll- und Lärmprobleme. Besonders bei Hertha-Spielen lande haufenweise Dreck in Vorgärten, sagten Diskussionsteilnehmer. Es mangele an Müllcontainern und Toiletten.

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