Berlin : Charlottenburg: Parteien kritisieren Projekte am Stuttgarter Platz

CD

Die Bauvorhaben der Bahn und der Firma Trigon am Stuttgarter Platz stoßen jetzt fast überall auf Kritik. Die SPD unterstützt einen Grünen-Antrag, das Bebauungsplanverfahren für das 20-stöckige Trigon-Hochhaus einzustellen. Die CDU will das Verfahren zumindest aussetzen. Zudem lehnen alle Fraktion die so genannte Umklappung des S-Bahnhofs Charlottenburg ganz oder in bestimmten Punkten ab. Die Bahn will die Station zum U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße hin verlagern. Beide Projekte hängen eng zusammen.

Derzeit läuft auch eine Erörterung der Einwendungen gegen die Bahnhofspläne. Schon seit Mittwoch setzen sich Vertreter der Bahn und der Stadtentwicklungsverwaltung mit Anwohnern auseinander. Am Montag folgt der vierte Termin im Rathaus Charlottenburg. Für Nadia Rouhani von der Bürgerinitiative brachte die Veranstaltung bisher nur eins: "Wir sammeln gerichtsverwertbares Material." Der Senat könne "keine Kosten zu Planungsalternativen nennen, obwohl er behauptet, alles geprüft zu haben".

Das Bezirksamt hat formal keinen Einfluss auf die Bahnhofsplanung. Dennoch kritisiert es die Schließung des Zugangs Windscheidstraße, die Verbreiterung der Brücke über der Wilmersdorfer Straße, Baumfällungen und Schallschutzwände. CDU-Baustadtrat Alexander Straßmeir bezweifelt auch, dass vier neue Gleise nötig seien.

Der CDU-Vorstoß zur Aussetzung der Hochhaus-Planungen richtet sich eigentlich gegen die Bahn. Aber der Bezirk führt nur das Trigon-Verfahren. Es sollte laut CDU erst weitergehen, wenn die Forderungen zum Bahnhof in dessen Konzept "eingearbeitet" seien. Der Grünen-Antrag betrifft das Hochhaus direkt: Fraktionschef Thomas Birk wirft Trigon vor, "die Baumasse stets ausgeweitet" zu haben. Die SPD fordert, der Senat solle die "Bestellung" des Bahnhofs zurücknehmen. Der "geringfügigen Verbesserung" des Umsteigeverkehrs stünden "gravierend negative" Folgen gegenüber. Die SPD-Baupolitikerin Monica Schümer-Strucksberg sagt, ihre Fraktion lehne nun auch das Hochhaus ab. Damit haben die Anwohner eine einflussreiche Unterstützerin: Schümer-Strucksberg ist Referatsleiterin in der Stadtentwicklungsbehörde. Sie will die Projekte bald in einem SPD-Fachausschuss diskutieren, dem Senator Strieder angehört.

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