Charlottenburg : Polizei löste Partyreihe am Ku'damm auf

Verpfiffene Feier: Weil die Schankerlaubnis fehlte, wurde der Auftakt einer gut besuchten Partyreihe am Kurfürstendamm von der Polizei aufgelöst. Die Beamten hatten einen Tipp bekommen.

Sebastian Leber

Eigentlich ist es ein gutes Zeichen, wenn schon zum Auftakt einer neuen Partyreihe mehr Gäste in den Club wollen, als eingeladen waren. Aber auf die hier hätten die Macher der „Hotel du Roc“-Party am Kurfürstendamm gerne verzichtet: Nur anderthalb Stunden nach Eröffnung rückte die Polizei an und machte den Laden dicht. Sie hatte einen Tipp bekommen, dass der Betreiber gar keine Schankgenehmigung besitzt.

Es sollte eine große Party werden: 200 Gäste waren in der Nacht zu Sonntag in das berühmte Haus Cumberland zwischen Bleibtreu- und Schlüterstraße gekommen, darunter auch Prominente wie Schauspielerin Mariella Ahrens. „Wir waren geschockt, als plötzlich die Beamten auftauchten“, sagt Stefan Goetze, einer der „Hotel du Roc“-Veranstalter. Und er versteht selbst nicht, wieso es keine Schankgenehmigung gibt. Ihn trifft jedenfalls keine Schuld, denn die Partymacher haben die Räume im Cumberland-Haus bloß gemietet. Der eigentliche Betreiber, der auch für die Bewirtung zuständig ist, hatte ihnen laut Goetze versichert, dass alle Genehmigungen vorlägen. Dem Mann droht jetzt ein Bußgeld, unerlaubter Ausschank ist eine Ordnungswidrigkeit. Gestern war er telefonisch nicht zu erreichen.

Am heutigen Dienstag entscheidet sich, wie es mit dem „Hotel du Roc“ weitergeht. Für Sonnabend ist schon die nächste große Feier im Haus Cumberland geplant: die Pre-Party zum Walk of Fashion, mehrere hundert Gäste sind eingeladen. Sollte die Schankgenehmigung nicht rechtzeitig ausgestellt werden, müsse man notfalls einen Alternativort suchen, sagt Stefan Goetze. „Aber eigentlich sind die Räume viel zu großartig, um woanders zu feiern.“ Vielleicht habe ja auch der Betreiber „vor lauter Schönheit vergessen, sich um Details wie die Schankgenehmigung zu kümmern“, scherzt Goetze ein wenig geknickt.

Das Haus Cumberland wurde 1911 von Robert Leibnitz gebaut. Erst diente es als Residenzhotel, später als Reichswirtschaftsministerium. Bis in die 90er hatte hier die Berliner Oberfinanzdirektion ihren Sitz.

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