Charlottenburg : Radfahren im Schlosspark jetzt erlaubt

Bisher durften nur Fußgänger gemächlich durch den Schlosspark Charlottenburg schlendern. Jetzt dürfen auch Radfahrer auf bestimmten Routen in die Pedale treten. Zudem sind zwei neue Liegewiesen geplant.

Berlin/Potsdam. Im Schlosspark Charlottenburg ist Radfahren ab sofort auf bestimmten Wegen erlaubt, außerdem gibt es künftig drei statt bisher zwei Liegewiesen. Während es im Park Sanssouci und den anderen Potsdamer Welterbe-Gärten bereits Radrouten gibt, war der Garten in Charlottenburg bisher Fußgängern vorbehalten. Allerdings habe sich das Radfahren dort trotz des Verbots „eingebürgert“, gab Generaldirektor Hartmut Dorgerloh von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten am Freitag zu.

Die Lockerung der Regeln war von der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf, dem Abgeordnetenhaus und der Anwohnerinitiative „Rettet den Schlosspark“ gefordert worden. Lange Zeit seien „die Fronten verhärtet“ geblieben, sagte Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU), der den „Kompromiss“ lobte. Auf dem Spreeuferweg habe der Bezirk als Hausherr im Schlosspark die Radler geduldet, weil die Strecke Teil des europäischen Radwegenetzes sei. Jetzt sollen Schilder die für Radler geeigneten Wege kennzeichnen. Jenseits dieser Routen will das Ordnungsamt Verstöße ahnden und Radfahrer mit 5 bis 25 Euro zur Kasse bitten.

Dorgerloh bat um Rücksicht gegenüber Flaneuren: „Fußgänger haben Vorrang!“ Auf den Brücken sollten Radler absteigen. Ein Teil der Wege sei „in keinem guten Zustand“ und werde bald modernisiert, sagte der Stiftungsdirektor. An den Liegewiesen entstehe bis 2009 oder 2010 auch eine Toilettenanlage.

In Potsdam hält der Streit um die seit 2007 geltende Parkordnung derweil an. In Sanssouci hatten sich 120 Potsdamer im Vorjahr an einer „Aktion Rasenlatschen“ beteiligt – sie protestierten mit einem Picknick und sportlichen Aktivitäten auf den Wiesen gegen die strengen Vorschriften. Außerdem sammelte die „Bürgerinitiative Babelsberger Park“ 10 600 Protestunterschriften. Schlagzeilen machte vor zwei Monaten der Modedesigner Wolfgang Joop: Er wurde von einem Sicherheitsmann gestoppt, weil er durch den Marlygarten radelte und sein Hund ohne Leine neben ihm lief. Wegen angeblicher Beleidigungen und Rempeleien zeigten sich Joop und der Kontrolleur gegenseitig an. CD

Informationen im Internet:

www.spsg.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben