Berlin : Charlottenburg: Richtfest für neue Kirche

CD

Sechseinhalb Jahre nach dem Großbrand, der die St.-Canisius-Kirche zerstörte, feiert die Jesuitengemeinde heute um 16.30 Uhr das Richtfest für den Neubau zwischen der Neuen Kantstraße, der Suarez- und der Witzlebenstraße. Die Einweihung ist nunmehr für den April kommenden Jahres vorgesehen. Bei der Grundsteinlegung im Mai 2000 hatte Pfarrer Albert Giesener auf die Fertigstellung in diesem Advent gehofft, aber es kam zu Bauverzögerungen. Die Gemeinde hat rund 5000 Mitglieder.

Der frühere Kirchenbau von 1955 war in Flammen aufgegangen, nachdem zwei Kinder in einem Schacht gekokelt hatten. Die Feuerversicherung stellte 12,5 Millionen Mark für den Neubau zur Verfügung. Architektonisch ist dieser weniger spektakulär als das alte Gebäude, das der quer gelegten Hälfte einer Tonne ähnelte. Nun gibt es zwei würfelförmige Betonbauten mit einem gemeinsamen Dach. Mit 20 Metern Höhe passen sie sich der Umgebung an. Ein "geschlossener Bereich" für die Gottesdienste und ein "offener Bereich", der als Ort der Stille gedacht ist, werden durch eine hohe Glasscheibe voneinander getrennt. Oben kommt ein Dachgarten hinzu.

Der Kirchensaal erhält 250 feste Sitze für Besucher und 50 für den Chor. Weitere 100 Sitze können bei Bedarf aufgestellt werden. Das Gelände wird auch zur öffentlich zugänglichen Verbindung zwischen Amtsgerichtsplatz und Lietzenseepark. Ein großer Vorplatz entsteht am Amtsgerichtsplatz.

Die Entwürfe stammen vom Architektenbüro Büttner Neumann Braun (BNB), das 1996 in einem Wettbewerb den dritten Platz belegt hatte. Die Neubauplanung war kompliziert, es kam zu Konflikten bis hin zur Abberufung eines Pfarrers. Nacheinander distanzierte sich der Kirchenvorstand von den Entwürfen des Wettbewerbssiegers und des Zweitplatzierten. Beim Baubeginn im Mai 2000 sagte der Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky: "Ich habe selten einen Grundstein mit solch einem Stoßseufzer der Erleichterung gelegt."

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