Charlottenburg : Spanischer Investor plant Hotelturm am Messegelände

Bis 2011 soll ein neues Hotel auf dem Hammarskjöldplatz mit 450 Zimmern, mehreren Kongressräumen und einer Tiefgarage entstehen. Bezirkspolitiker befürchten, dass das Gebäude den Blick auf den Funkturm versperrt.

Cay Dobberke
Messehotel
Blickfang. Das geplante Hotel soll 90 Meter hoch werden. -Foto: promo

BerlinDas Charlottenburger Messegelände mit dem Internationalen Congress Centrum (ICC) und dem Funkturm erhält einen großen neuen Nachbarn: Ab dem kommenden Jahr soll auf dem Hammarskjöldplatz am Messe-Haupteingang ein 90 Meter hohes Hotel mit 400 bis 450 Zimmern der Kategorie „Vier Sterne plus“ entstehen. Außerdem sind ein zweigeschossiges Nebengebäude mit 2500 Quadratmetern Kongressfläche und eine Tiefgarage geplant. „Wir wollen die Kongresskapazitäten am ICC ausweiten und mit der Messe Berlin zusammenarbeiten“, sagte Michael Bremer vom Projektentwickler OFB dem Tagesspiegel.

Investor und Hotelbetreiber ist die spanische Hotelgruppe Barceló Group, die das Grundstück am Westrand des Hammarskjöldplatzes bereits vom Liegenschaftsfonds des Senats gekauft hat. „Das Abgeordnetenhaus muss dem Geschäft noch zustimmen“, erläuterte Bremer, auch sei das Bebauungsplanverfahren noch nicht abgeschlossen. Zum Kaufpreis und den geschätzten Baukosten wollte er nichts sagen. Eröffnen könne das Hotelhochhaus voraussichtlich 2011.

Der Entwurf stammt vom Architektenbüro Grüntuch Ernst und beruht auf einem 2003 gestarteten Entwicklungs- und Wettbewerbsverfahren für den Hammarskjöldplatz. Zuvor hatte die Stadtentwicklungsverwaltung die Planungshoheit an sich gezogen und die Verträglichkeit eines Hotelneubaus grundsätzlich prüfen lassen. Damals wurde sogar eine Höhe von bis zu 125 Metern erwogen.

Charlottenburg-Wilmersdorfer Bezirkspolitiker haben die Planungen lange kritisiert: Der Messe-Vorplatz werde zum Hotelvorplatz degradiert, hieß es. Angesichts der einst diskutierten Bauhöhen gab es zudem die Befürchtung, die Sicht auf den Funkturm könne beeinträchtigt werden – das Berliner Wahrzeichen misst 138 Meter beziehungsweise rund 147 Meter mit den Antennen. Mit 90 Metern würde das Hotel nach der gegenwärtigen Planung deutlich niedriger als der Funkturm ausfallen, aber das gegenüber liegende Fernseh-Sendezentrum des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) um mehr als zehn Meter überragen.

Bezirks-Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) sieht das Projekt mit gemischten Gefühlen. „An den Standort Messe gehört ein hochwertiges Hotel“, findet er. Doch städtebaulich und hinsichtlich des Denkmalschutzes, unter dem das gesamte Messegeländes steht, seien die Pläne „gewöhnungsbedürftig“.

Uneingeschränkt freut sich Messesprecher Michael Hofer: „Das bedeutet eine Stärkung des Messeplatzes Berlin.“ Seit Jahren habe man immer wieder den Wunsch geäußert, dass in der Umgebung „endlich auch im Hotelbereich etwas passiert“. Schließlich gebe es am ICC bisher nur ein Zwei-Sterne-Hotel der Ibis- Gruppe mit 168 Zimmern.

Vor einiger Zeit hatten Projektentwickler auch einen neuen Hotelturm am Messe-, Ecke Kaiserdamm ins Gespräch gebracht. Diese Idee hat sich aber erledigt – jetzt plant BMW auf dem Brachgelände seine neue Berliner Niederlassung.

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