Berlin : Charlottenburg-Wilmersdorf: Heiraten in luftiger Höhe

CD

Mit mehr als 2000 Eheschließungen pro Jahr steht das Standesamt im westlichen Citybezirk stadtweit an der Spitze - vor allem, weil das Rathaus Schmargendorf als einer der schönsten Orte für die amtliche Trauung gilt. Doch außerhalb des Baudenkmals am Berkaer Platz oder des Charlottenburger Amtssitzes in der Straße Alt-Lietzow kann bisher niemand heiraten. Um diese "überkommene Haltung" zu ändern, riefen die neue Standesamtsleiterin Sylvia Brenke und Verwaltungsstadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) gestern den "Hochzeitssommer 2001" aus.

Drei neue Orte stehen zur Wahl: der Funkturm, die Orangerie des Schlosses Charlottenburg und die Rotunde des Cafés Kranzler am Kurfürstendamm. Zwölf Ehen sollen am Sonnabend, dem 7. Juli, von 10 bis 22 Uhr im Funkturmrestaurant in 55 Metern Höhe geschlossen werden. Den Hochzeitskuss können sich Brautpaare auf der 135 Meter hohen Aussichtsplattform geben (für die Trauung selbst verlangt das Gesetz "geschlossene Räume"). Das Vergnügen kostet, neben 60 Mark Grundgebühr, weitere 200 Mark. Die Hälfte davon ist eine Pauschale für die Trauung außerhalb des Amts, der Rest ein Wochenendzuschlag. Das Restaurant selbst verlangt kein Geld. In der Orangerie läuft zur "Langen Nacht der Museen" am Sonnabend, dem 25. August, ein langer Abend der Jaworte. Von 18 bis 22 Uhr können acht Paare heiraten, wenn ihnen dies 200 Mark extra wert ist. Im Kranzler sind für Freitag, 21. September, von 9 bis 14 Uhr fünf Trauungen geplant. Weil dies innerhalb der Dienstzeiten liegt, beträgt die Zusatzgebühr nur 100 Mark. Die Anmeldung ist telefonisch unter 3430 2290 möglich (ab 25. Mai: 9029 12209). Die E-Mail-Adresse: standesamt@charlottenburg-wilmersdorf.de .

Testaments-Eintragungen nachgeholt

Stadtrat Gröhler berichtete auch über die Aufarbeitung früherer Schlampereien mit Testamenten im Standesamt Charlottenburg. Dort wurden 7000 Nachlässe nicht ins Register eingetragen (wir berichteten). 1000 Betroffene sind schon verstorben. "Jetzt ist alles registriert", sagte Gröhler, die Nachlassgerichte seien informiert. Bisher hätten sich keine geschädigten Erben gemeldet. Gegen einen krankgeschriebenen Beamten dauern interne Ermittlungen an. Gröhler betonte, die neue Amtsleiterin habe mit der Affäre nichts zu tun.

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