Berlin : Chefdirigent Thielemann unter Beschuss wegen Vernachlässigung der Berliner Pflichten

Schwere Vorwürfe gegen den Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin, Christian Thielemann, hat die Zeitung "Die Welt" erhoben: Der Dirigent vernachlässige seine Berliner Pflichten, seit ihn Wolfgang Wagner eingeladen habe, im Sommer 2000 in Bayreuth an Stelle von Daniel Barenboim die "Meistersinger" zu dirigieren. Drei Proben für die bevorstehende Berliner Premiere von Schönbergs "Moses und Aron" habe Thielemann bereits abgesagt, berichtete die Zeitung. Außerdem verlange er eine Gehaltsaufstockung auf jährlich 800 000 Mark, damit er seinen Vertrag über 2003 hinaus verlängere. Thielemann wollte sich auf Nachfrage nicht äußern, der Orchestervorstand des Hauses aber distanziert sich vom "Welt"-Artikel, der Passagen enthalte, "die den Tatsachen nicht entsprechen". So sei bislang keine einzige Probe für "Moses und Aron" ausgefallen. Das Engagement Thielemanns in Bayreuth begrüßt das Orchester, "zeigt es doch, welchen Stellenwert der GMD an der Deutschen Oper und im internationalen Musikleben genießt". Weiter heißt es: "Wir schätzen uns sehr glücklich, dass Herr Thielemann als einer der wenigen internationalen Dirigenten seinem Haus sechs Monate pro Jahr zur Verfügung steht. In den Augen des Orchesters ist Herr Thielemann für den Erfolg der Deutschen Oper jetzt und in Zukunft unverzichtbar." Bezüglich der Forderung Thielemanns nach einer Gehaltserhöhung erklärte der Pressesprecher des Berliner Kultursenators, derartiges sei ihm nicht bekannt. Senator Radunski werde sich jedoch schon bald mit Thielemann treffen.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar