• Chipkarte für Schwimmer: Viel Lob Vorschlag des Bäderchefs findet Zustimmung von allen Seiten

Berlin : Chipkarte für Schwimmer: Viel Lob Vorschlag des Bäderchefs findet Zustimmung von allen Seiten

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Die Pläne von Bäderchef Klaus Lipinsky haben viele Befürworter gefunden. Er hatte am Wochenende in einem TagesspiegelInterview angekündigt, die Berliner künftig mit Chipkarte zahlen zu lassen und die Preise zu staffeln. „Endlich“, rufen Landessportbund-Chef Peter Hanisch und Politiker von CDU, Grüne und FDP. „Mit den Chipkarten und differenzierten Preisen belohnt man die Vielschwimmer“, sagt Hanisch. „Das sind die Stammkunden.“ So eine Modernisierung muss sein, meint Haushaltspolitiker Oliver Schruoffeneger von den Grünen. Auf den Chipkarten soll ein Guthaben gespeichert sein, das die Badegäste „abschwimmen“. Die Preise will er nach Aufenthaltsdauer staffeln, nach der Ausstattung der Bäder und nach der Tageszeit, zu der man schwimmt.

Die CDU fordere seit Jahren, dass jeder nach seinen Bedürfnissen zahlt, sagt ihr sportpolitischer Sprecher Axel Rabbach. Die Bäder nach der Ausstattung zu differenzieren, sei eine gute Idee, lobt Mieke Senftleben von den Liberalen. Und weil die Hallenbäder so teuer im Unterhalt sind, regt sie gleich noch an, den Schwimmunterricht für Schüler und Kita-Kinder künftig ganz auf den Sommer und die Sommerbäder zu beschränken. „Warum müssen die Schüler in den Hallenbädern schwimmen und den zahlenden Gästen den Platz nehmen?“

Skeptisch ist PDS-Haushaltspolitiker Carl Wechselberg. Er vermutet, dass die Anschaffung von Automaten, die die Karten lesen, so viel Geld verschlingt, dass sich die Umstellung für die Bäderbetriebe nicht rechnet. Dem setzt Sportbund-Chef Hanisch entgegen, dass man mit den Chipkarten Personal einsparen würde. Außerdem hätten andere Städte und das Sport- und Freizeitzentrum Siemensstadt gute Erfahrungen gemacht mit elektronischen Geldkarten.

Die Umwandlung der Bäderbetriebe in eine Stiftung oder eine GmbH, wie es Lipinsky plant, ist umstritten. Mischformen wie die einer GmbH & Co KG, bei der das Land weiterhin die Liegenschaften hält, lehnt Schruoffeneger ab. Er schlägt vor, ganz zu privatisieren, die Betreibung der Bäder auszuschreiben und fünfjährige Konzessionsverträge zu vergeben. Darum könnten sich die Bäderbetriebe bewerben. clk

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