• Christen in Berlin fühlen sich gefordert : Kirchen starten viele Initiativen für Flüchtlinge

Christen in Berlin fühlen sich gefordert : Kirchen starten viele Initiativen für Flüchtlinge

Evangelische und katholische Gemeinden bieten Wohnraum und Beratung. Behördliche Auflagen machen die Überlassung von Gemeindezentren aber schwierig.

von
Vor allem die Unterbringung von Flüchtlingen wollen die Kirchen in Berlin organisieren. Derzeit schlafen viele von ihnen in Turnhallen, wie hier in einer großen Sporthalle am Olympiapark. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Vor allem die Unterbringung von Flüchtlingen wollen die Kirchen in Berlin organisieren. Derzeit schlafen viele von ihnen in...Foto: Kay Nietfeld/dpa

Es wurde gefeiert, informiert, gesungen – auch viel über die Flüchtlinge gesprochen und für sie gespendet: An den Ständen beim ökumenischen „Fest der Berliner Kirchen“ am Sonnabend auf dem Alexanderplatz war die große Schar der ankommenden Asylsuchenden eines der wichtigsten sozialen Themen. Denn auch in den meisten evangelischen und katholischen Gemeinden gibt es derzeit vielfältige Initiativen, um den Neuankömmlingen in Zusammenarbeit mit Senat und Hilfsorganisationen Wohnraum zu bieten und ihnen die ersten Schritte in Berlin zu erleichtern.

„Mir liegt ein ganzer Stapel Gemeindebriefe vor, aus denen hervorgeht, dass vielerorts Wohnräume in gemeindeeigenen Gebäuden zur Verfügung gestellt werden“, sagt der Beauftragte für den Interreligiösen Dialog, Pfarrer Andreas Goetze.

An der Kreuzberger St.-Simeon-Kirche am U-Bahnhof Prinzenstraße haben die Protestanten Anfang September ein Beratungszentrum für Flüchtlinge und deren ehrenamtliche Helfer eingerichtet. „Dort geht es auch darum, die Hilfen sinnvoll zu koordinieren“, sagt Goetze. Außerdem hat die Evangelische Kirche bislang fünf Gemeinschafts- und Notunterkünfte für insgesamt knapp 1100 Personen mit Diakonischen Trägern geschaffen und erst kürzlich 500.000 Euro für Flüchtlingsinitiativen freigegeben.

Auch das katholische Erzbistum Berlin forderte in den vergangenen Tagen alle Gemeinden auf, Hilfsmöglichkeiten zu prüfen. Ebenso wie bei den Protestanten würden bereits etliche Unterkünfte in Gemeindeimmobilien angeboten, sagt Bistumssprecher Stefan Förner. „Die Bewohner werden von Gemeindemitgliedern umfassend betreut.“ Ganze Gemeindezentren zu überlassen, sei hingegen schwierig. „Schon allein wegen der vielfältigen behördlichen Sicherheitsauflagen.“

3 Kommentare

Neuester Kommentar