Berlin : Christo ist das Vorbild für MoMA Berliner Tourismuswerber erwarten Besucheransturm

auf New Yorker Schau wie bei Verhüllung des Reichstags

Lothar Heinke

Für das Gastspiel des Museum of Modern Art (MoMA) in der Neuen Nationalgalerie werden bis zu einer Million Besuchern aus der ganzen Welt erwartet. Die Ausstellung, die vom 20. Februar bis zum 19. September dauert, sei ein Glücksfall für Berlin allgemein und besonders auch für den Tourismus, der durch die Bilderschau der Superlative gewaltig angekurbelt werde, sagte gestern Hanns Peter Nerger von der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM). „Die Stadt wird dadurch reicher und bekommt ein ganz seltenes Geschenk.“

In der Ausstellung Nerger sind über 200 Meisterwerke von Cézanne, van Gogh, Picasso, Dali, Matisse, Chagall, Hopper, Pollock und vielen anderen zu sehen. „Wir dürfen ein hochinteressiertes, erwartungsvolles und auch ausgabefreudiges Publikum erwarten. Viele, die merken, dass es in Berlin noch weit mehr zu entdecken gibt, werden wiederkommen“, hofft der BTM-Chef.

Die Werbung für die am Freitag beginnende Ausstellung läuft auf Hochtouren. Auf 100 000 Flyern heißt es: „Buchen Sie jetzt Ihr MoMA-Erlebnis!“ Die BTM hat ein Paket zusammengestellt, das aus zwei Übernachtungen mit Frühstück, einer Eintrittskarte für die Ausstellung und einer Welcome-Card mit drei Tagen freier Fahrt in allen Verkehrsmitteln sowie zahlreichen Programm-Tipps samt Ermäßigungen besteht. Es kann unter der Telefonnummer (030) 250025 gebucht werden. Das Angebot gibt es in fünf verschiedenen Preisstufen, von 72Euro bis 152 Euro pro Person, je nach Hotelkategorien.

Wegen der MoMA-Schau, aber auch wegen des Angebots von 175 weiteren Museen in der Stadt heißt das touristische Marketingthema: „Musen und Museen: 2004 – das Jahr der Museen in Berlin“. „In einem Zeitraum von gerade mal zehn Jahren werden hier bis 2006 sage und schreibe 25 neue Museen entstanden sein“, sagt Nerger.

Wenn die Kunstfreunde aus der ganzen Welt in diese außerhalb der USA bislang einmalige Schau kommen, sind die lokalen Berliner Erwartungen groß – bei der Hotellerie wie im Gaststättengewerbe, im Einzelhandel, bei den Taxifahrer sowie bei S-Bahn und BVG. Manche vergleichen die Anziehungskraft der Schau schon jetzt mit der Verhüllung des Reichstages vor fast neun Jahren. Freilich musste man damals keinen Eintritt bezahlen, konnte kommen, schauen und wieder gehen.

Das ist beim MoMA natürlich anders. Es wird mit langen Schlangen gerechnet, soeben richtet man daher ein Kassenhäuschen außerhalb der Neuen Nationalgalerie ein. Tickets zum Preis von zwölf Euro bietet auch die BTM in ihren Info-Zentren am Brandenburger Tor, im Europa-Center und am Fernsehturm an. Dennoch berechtigt der Kartenerwerb im Vorverkauf keineswegs dazu, an der Schlange vorbei ins Allerheiligste zu gelangen – das können nur die Besitzer einer VIP-Card. Die kostet 27 Euro und kann nur bei einem MoMA-Ticketshop der Firma „Interclassik“ im Hotel Interconti Dienstag bis Sonnabend zwischen 10 und 18 Uhr erworben werden (Tel. 26022222). Dieses Ticket hat ein „Zeitfenster“, gilt also nur für einen vorher festgelegten Besuchstermin.

„Das MoMA in Berlin“, Neue Nationalgalerie: 20. Februar bis 19. September. Dienstag, Mittwoch und Sonntag 10 - 18 Uhr, Donnerstag, Freitag und Sonnabend 10 - 22 Uhr.

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