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Christopher Street Day Berlin : Grüne und CDU boykottieren den CSD

Der Streit um die Neuorientierung der Parade gegen Homosexuellen-Diskriminierung verschärft sich weiter. Nach den Berliner Grünen hat jetzt auch die CDU ihre Teilnahme abgesagt.

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Ausgefeiert? Szenen wie diese gehörten bislang zum Christopher Street Day.
Ausgefeiert? Szenen wie diese gehörten bislang zum Christopher Street Day.Foto: dpa

Nach den Berliner Grünen hat jetzt auch die CDU ihre Teilnahme am Christopher Street Day abgesagt. Das teilte der CDU-Politiker Stefan Evers dem Tagesspiegel mit. Er sitzt für seine Partei im Abgeordnetenhaus und ist Vize-Vorsitzender des Arbeitskreises Lesben und Schwule in der Union (LSU). Begründet wird das auf der Facebook-Seite der LSU mit dem veränderten Konzept der Parade und dem Agieren des CSD-Vereinsvorstandes.

Das hatten zuvor auch die Grünen scharf kritisiert. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und im Vorfeld wiederholt Gespräche mit dem CSD-Vorstand über das umstrittene Konzept geführt – leider ohne Erfolg“, sagt Ulli Reichardt, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) QueerGrün der Berliner Grünen. Daher nehme man in diesem Jahr nicht an der Parade teil, die unter dem Namen CSD (Christopher Street Day) bekannt wurde, nach dem Willen ihrer Veranstalter aber künftig „Stonewall“ heißen soll. In diesem Jahr soll sie am 21. Juni stattfinden und nach dem Willen der Veranstalter politische Themen stärker in den Vordergrund stellen.

Wie berichtet, hatten sich zuvor bereits zahlreiche andere bisherige Unterstützer der Veranstaltung von der Führung des CSD-Vereins distanziert. So verließ vor vier Wochen die Berliner Aids-Hilfe den Verein unter Protest. Auch wird in der Szene seit Bekanntwerden der Umbenennungspläne durch den Tagesspiegel kontrovers darüber diskutiert, wieweit der CSD-Vorstand noch die Interessen der Community vertritt.

„Es entspricht nicht unserem Demokratieverständnis, wenn die Wünsche und Sorgen der Community ignoriert werden“, sagt jetzt Maria Meisterernst, Sprecherin der Grünen-Arbeitsgemeinschaft. An dem Alleingang des CSD-Vorstandes gebe es breite Kritik. „Alle Versuche, die geplanten Veränderungen 2014 auszusetzen, um in Ruhe mit allen Beteiligten über das weitere Vorgehen zu diskutieren, wurde von den Verantwortlichen leider abgelehnt“, sagt Meisterernst. Als Mitglied des CSD e.V. fordern die Grünen den Vorstand auf, die Diskussion fortzusetzen und keine Tatsachen zu schaffen.


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