Berlin : Christopher Street Day: Quickies: Alles Wissenswerte auf einen Klick

Zum ersten Mal gibt es vor dem Beginn der Demonstrationsparade einen Auftakt im Designerkaufhaus Stilwerk an der Kantstraße. Geplant ist ein Unterhaltungsprogramm, das mit der Wahl der "Miss Drag Berlin" beginnt. Gegen 11 Uhr 30 folgen Ansprachen, unter anderem von Desiree Nick. Die Dachterrasse des Stilwerk ist reserviert für geladene Gäste. Eventuelle Erlöse der Veranstaltung sollen Aids-Projekten und der CSD-Organisation zu Gute kommen.

Die Parade

Los geht es diesmal erst um 13 Uhr auf dem Kurfürstendamm, Ecke Knesebeckstraße. Die Route verläuft über Tauentzienstraße, Bülowstraße, Potsdamer Straße, Ebertstraße und Straße des 17. Juni zum Großen Stern. Dort soll die Karawane gegen 18 Uhr ankommen.

Der Abschluss

Anders als in den Jahren zuvor, organisieren die Veranstalter diesmal ein großes Fest zum Abschluss der Parade rund um die Siegessäule. Auf der Bühne legen zunächst die DJs Mo und Solaris auf, ehe ab 20 Uhr Ades Zabel durch eine Show führt. Auf dem Programm stehen unter anderem die Tanz- und Sambaformation Terra Brasil und die britische Popsängerin Sharon Williams. Zum Ende der Veranstaltung, gegen Mitternacht, zünden die Organisatoren ein Feuerwerk in Regebogenfarben.

Die Forderungen

Die Parade zum Christopher Street Day ist eine politische Demonstration. Die Forderungen umfassen drei Punkte

Völlige rechtliche Gleichstellung, inklusive Ehe- und Adoptionsrecht.

Anti-Diskriminierungsgesetze für den Schutz vor Mobbing am Arbeitsplatz und eine Gleichsetzung von Homosexuellen in der Bundeswehr. Verstärkte Aufklärungsarbeit an Schulen, Asylrecht für ausländische Lesben und Schwule, die wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden.

Wiedergutmachung für Unrecht in der Vergangenheit. Homosexuelle, die im Dritten Reich, oder in der Zeit danach wegen ihrer Sexualität verurteilt worden sind, sollen entschädigt werden. Außerdem auf dem Forderungskatalog: Ein Mahnmal für die homosexuellen Opfer der NS-Diktatur.

Der Aufruf

Die Veranstalter fordern außerdem von Bundesaußenminister Fischer, dass er ein Grußwort an die Organisatoren des ersten World Pride von Lesben und Schwulen in Rom schickt. Die Parade am 8. Juli steht in Italien unter schwerem Beschuss. Ein Grußwort der Bundesregierung, ähnlich wie es US-Vize-Präsident Al Gore schrieb, könne ein Signal an die italienische Regierung sein, so die Veranstalter.

Die Kreuzberger

Einige linke und alternative Gruppen werden sich am Potsdamer Platz von der großen Parade trennen, um dann ab 18 Uhr vom Oranienplatz aus über die Oranienstraße zu marschieren. Die Gruppen und Clubs, die sich unter dem Namen "Basis 69" zusammengeschlossen haben, formulieren darüber hinaus weitergehende Forderungen zum Christopher Street Day. Zum Beispiel ein Bleiberecht für alle.

Der Pin

Ähnlich wie beim Karneval der Kulturen, soll ein Teil der Organisationskosten über den Verkauf von Anstecknadeln hereinkommen. Die Nadel in Regenbogenfarben kostet drei Mark.

Die Partys

Christopher Street Kisses. GMF und House Boys tun sich wieder zusammen und laden ins WMF, Ziegelstraße 22. Ab 23 Uhr, Karten: 25 Mark.

Doppelherz. SO36 und SchwuZ haben sich auch zusammengeschlossen - was die Eintrittskarten angeht. 9.99 Mark kostet das Doppel-Ticket für beide Clubs mit Musik zwischen Pop und House. (SO 36, Oranienstraße 190, nach dem Abschluss der Basis-69-Demo, SchwuZ, Mehringdamm 61.)

Diven Attacks. Frauen feiern feste, aber nicht nur unter sich. Männer in weiblicher Begleitung sind willkommen. Los geht es ab 21 Uhr in der Kalkscheune, Johannisstraße 2. Karten: 20 Mark

Cocker Party. Frank Jaspermöller hat wieder die Info-Box gebucht und lockt mit House, einer Bar auf dem Dach und dem nächtlichen Blick über den Potsdamer Platz. Karten: 12 (bis 23.30 Uhr), bzw. 18 Mark. Einlass ab 23 Uhr.

Lesbenplanet "Venus". Die Mega Dykes legen schon ab 17 Uhr los, ab 22 Uhr dann Tanz von Standard bis House. Tränenpalast am S-Bhf. Friedrichstraße, Karten: 20 Mark.

Housepunk. Im Sage-Club (Brückenstr. 1) geht es ab 23 Uhr los mit House von DJ Divinity und anderen und Live-Auftritten von SUPERFUNK. Karten: 20 Mark.

CSD-Superbash. Traditionelles Partydorado, jetzt in sanierten Gemäuern: Die Kulturbrauerei ist Austragungsort der groß angelegten Party mit sechs Tanzflächen, vielen Bars und noch mehr DJs. Ab 21 Uhr in der Knaackstraße 97. Karten: 20 Mark.

Snax Club im Ostgut (Mühlenstraße 26/30): Für die direkte Gangart in Sachen Sex (nur für Männer, mit und ohne Fetisch-Klamotten). Ab 23 Uhr, Karten: 18 Mark.

Das Fernsehen

B1 überträgt zwischen 16.30 und 19.30 direkt und sendet von 20.15 bis 21 Uhr eine Zusammenfassung. oew

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