CHRONIK : CHRONIK

Dreisprachig. Die Ankunftsbaracke des Flughafens im Jahr 1967. Foto: Archiv During
Dreisprachig. Die Ankunftsbaracke des Flughafens im Jahr 1967. Foto: Archiv During

26. Mai 1906

Die Luftschiffer-Abteilung des preußischen Militärs, das seit sechs Jahren eine Kaserne in der Jungfernheide betreibt, lässt ein

Versuchsluftschiff zum Jungfernflug starten.

27. September 1930

Der Verein für Raumschifffahrt gründet den Raketenflugplatz Berlin. Einer der Studenten ist Wernher von Braun, später Vater des bemannten Raumflugprogramms der USA.

5. August 1948

Während der sowjetischen Blockade reichen die Kapazitäten der Flughäfen Tempelhof und Gatow nicht aus, um West-Berlin über die Luftbrücke zu versorgen. In der Jungfernheide

beginnt der Bau des neuen Flughafens Tegel. Die mit zunächst 2428 Metern damals längste Start- und Landebahn Europas wird nach nur 92 Tagen in Betrieb genommen.

16. Dezember 1948

Die Sowjets weigern sich, die in der Einflugschneise stehenden Sendemasten des von ihnen kontrollierten Berliner Rundfunks zu verlegen. Daraufhin lässt sie der französische Stadtkommandant sprengen. Auf die Frage seines sowjetischen Gegenspielers, wie er das habe tun können, sagt der Franzose: 

„Mit Dynamit, mon cher“.

2. Januar 1960

Tegel wird Verkehrsflughafen: Die Air France verlegt ihren Betrieb zum bisherigen Militärflugplatz. Die Landebahn ist länger als in

Tempelhof und geeignet für die neuen

Düsenflugzeuge von Typ Caravelle. Bilanz

im ersten Jahr: 179 985 Passagiere.

14. September 1961

Zwei F-84-Jagdbomber der Bundeswehr

verirren sich bei einem Nato-Manöver über DDR-Gebiet und entkommen sowjetischen

Abfangjägern durch Landung in Tegel. Die

Piloten werden ausgeflogen, ihre Jets auf dem Flugplatz vergraben, wo man die Überreste nach dem Abzug der Alliierten findet.

2. Mai 1965

Der für 15 Millionen D-Mark erweiterte

Abfertigungsbereich samt Restaurant

geht in Betrieb.

20. März 1968

Die Ferienfluggesellschaft Modern Air stellt ihr erstes Flugzeug vor. Wegen der Enge in Tempelhof starten alle Urlauber-Charterflüge komplett in Tegel.

26. Juni 1968

Neubau-Beschluss für Tegel-Süd. Entwurf:

Architektenbüro Gerkan, Marg und Nickels.

27. April 1970

Grundsteinlegung für das neue Terminal. Es wird dringend benötigt. Tempelhof platzt mit 5,5 Millionen Passagieren aus allen Nähten.

23. Oktober 1974

Tegel-Süd, einer der modernsten Airports Europas, wird eröffnet. Er ist für fünf Millionen Passagiere pro Jahr konzipiert – mit Verdoppelungsoption, sofern ein zweiter Flugsteigring gebaut wird.

1. September 1975

Weil sich angesichts geringerer Passagierzahlen ein Parallelbetrieb mit Tempelhof nicht lohnt, wird der gesamte Zivilluftverkehr nach Tegel verlagert. Der Wechsel ist nicht mehr zwingend erforderlich – und so lassen sich British Airways und PanAm den Umzug vom Senat mit rund zehn Millionen Mark bezahlen.

28. April 1979

Die für den Berliner Ferienflugverkehr gegründete US-Fluggesellschaft Air Berlin nimmt den Betrieb auf.

13. Juni 1987

US-Präsident Ronald Reagan fordert eine

bessere Einbindung Berlins in den internationalen Luftverkehr. Das führt zu mehr

Engagement von US-Airlines in Tegel.

7. Juni 1988

Der Flughafen Tegel wird auf den Namen des Luftfahrtpioniers Otto Lilienthal getauft.

9. Februar 1989

Die im Vorjahr gegründete Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz auf Stadtflughäfen hat bei einem Bürgerbegehren 77 000 Unterschriften gegen den Ausbau von Tegel gesammelt.

31. Dezember 2000

Erstmalig werden in Tegel in einem Jahr mehr als zehn Millionen Passagiere abgefertigt.

22. Mai 2007

Der Neubau des überwiegend von Air Berlin genutzten Terminals C erhöht die Kapazität um 2,5 Millionen Passagiere im Jahr.

31. Dezember 2011

Das Jahresaufkommen erreicht

16,9 Millionen Fluggäste.

3. Juni 2012

Mit der Inbetriebnahme des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg soll der Flugbetrieb in Tegel eingestellt werden. Die Basis der

Hubschrauberstaffel der Regierungs-Flugbereitschaft der Luftwaffe in Tegel-Nord bleibt bestehen, bis voraussichtlich 2016 das

neue Regierungsterminal in Schönefeld

fertiggestellt ist. Rainer W. During

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