Berlin : CHRONIK EINER AFFÄRE

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Die Bankgesellschaft Berlin, geschmiedet aus Berliner Bank, Berlin Hyp und Landesbank, nimmt ihre Arbeit auf.

Ende 1996: Bei einer Bilanzsumme von 337 Milliarden Mark kann sich die Bankgesellschaft Berlin zu den sechs größten Banken der Republik zählen. Allerdings kündigen sich im Immobilienbereich und bei Firmenkrediten schon Ausfälle in Milliardenhöhe an.

Januar 2001: Bei der Teilbank Berlin Hyp, an deren Spitze CDUFraktionschef Klaus Landowsky steht, tauchen finanzielle Risiken aus einem 600-Millionen-Mark-Kredit an die Immobilienfirma Aubis auf.

Februar 2001: Landowsky bestätigt die Annahme einer Spende für die Berliner CDU von Aubis-Managern aus dem Jahr 1995.

März 2001: Klaus Landowsky tritt als Vorstandschef der Berlin Hyp zurück. Gleichzeitig müssen neue Wertberichtigungen bei der Bankgesellschaft Berlin vorgenommen werden.

Juni 2001: Die CDU-SPD-Koalition zerbricht. Das Land Berlin muss der Bankgesellschaft über 1,7 Milliarden Euro Kapital zuschießen.

Sommer 2001: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft beginnen, unter anderem gegen Landowsky wegen des Verdachts der Untreue.

März 2002: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen die Aubis-Manager Wienhold und Neuling wegen Betrugs. Der Prozess läuft.

Mai 2002: Die Ermittlungsgruppe Bankgesellschaft bei der Staatsanwaltschaft wird personell noch einmal aufgestockt.

Herbst 2003: Der Versuch der Bankgesellschaft, vor dem Zivilgericht Ex-Manager zur Zahlung von Schadensersatz verurteilen zu lassen, scheitert erneut. Das Landgericht weist eine Klage auf Schadensersatz über 36 Millionen Euro gegen Ex-Immobilienchef Manfred Schoeps und andere Top-Manager ab.

Ende 2004: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen 14 frühere Spitzenmanager wegen Untreue in besonders schwerem Fall. Der Prozess wird am 29. Juli eröffnet.

März 2005: Der Versuch der Berlin Hyp, vier ihrer früheren Top-Manager – Klaus Landowsky, Gerd-Ulrich Blümel, Jürgen Noack und Theo Schroth – auf Schadensersatz von fünf Millionen Euro zu verklagen, scheitert vor dem Kammergericht.

Mai 2005: Zwei neue Anklagen im Berliner Bankenskandal werden eingereicht: Dem früheren Vorstandschef der Bankgesellschaft, Wolfgang Rupf, und dem ehemaligen Geschäftsführer der Immobilientochter IGB, Manfreds Schoeps, wird Untreue vorgeworfen. Im zweiten Fall wirft die Anklage fünf Beschuldigten Steuerhinterziehung vor. Dazu zählen auch Schoeps und Christian Neuling, der Ex-Chef des Immobilienunternehmens Aubis. kf

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