CHRONOLOGIE : Baugeschichte an prominenter Stelle

DAS KAUFHAUS



Nach den Plänen von Alfred Messel errichtete die Kaufmannsfamilie Wertheim 1896 am Leipziger Platz ihr aufwendigstes Kaufhaus – mit über 100 000 Quadratmeter Verkaufsfläche das größte seiner Art in Europa. Im Dritten Reich zwangsweise arisiert, wurde der viel beachtete und bewunderte Bau im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. In den Jahren 1955/56 räumte die DDR die Ruine ab.

MAUERBAU

Mit der Teilung der Stadt 1961 wurde der Leipziger Platz zum Hinterhof Ost- Berlins. Alle Gebäude an dem barocken, achteckigen Grundriss des Platzes wurden zugunsten von Sperr- und Grenzsicherungsanlagen beseitigt.

WIEDERVEREINIGUNG

Nach dem Abriss der Berliner Mauer entstand auf Grundlage des städtebaulichen Entwurfs des Büros Hilmer und Sattler von 1991 der Plan, das Oktogon am Leipziger Platz wiederzuerrichten.

BAUPLÄNE

Das schillernde Münchener Investorenpaar Isolde und Peter Kottmair stellte 1995 die Pläne des italienischen Stararchitekten Aldo Rossi vor: Auf dem ehemaligen Wertheim-Areal sollte bis zum Jahr 2000 ein lebendiges Viertel mit Einkaufszentrum, Büros und einer festen Dependance für den Cirque du Soleil entstehen. Aus den Plänen wurde nichts.

EIGENTUMSFRAGE

Die Wertheim-Erben stritten sich bis Ende 2005 mit dem Karstadt-Konzern um die Grundstücke am Leipziger Platz. Der Konzern verlor vor Gericht, die Erben verkauften im Dezember 2006 an Orco – für 75 Millionen Euro. oew

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