Berlin : Cineasten im Weltall

Das Kino Arsenal feiert kosmische TV-Serien

Hannes Heine

Mit nur knapp drei Metern Länge wirkt es erstaunlich klein. Außerdem fehlt die rote Deflektorschüssel an der Front, bemerkt Ralf Okon beim Betrachten des Raumschiffs Enterprise im Foyer des Kino Arsenal am Potsdamer Platz. Am Freitagabend ist der 43-Jährige in der Verkleidung eines Klingonen erschienen, die als außerirdische Bösewichter der Enterprise-Besatzung das Leben im All schwer machen.

Aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums der legendären US-Fernsehreihe „Star Trek“ wurde im Arsenal nicht nur ein Originalmodell des Filmraumschiffs aufgehängt, sondern auch der Pilotfilm „The Cage“ (Der Käfig) von 1964 gezeigt: eine Rarität, die seinerzeit in den USA nicht ausgestrahlt wurde. Die Story galt als zu intellektuell. Außerdem spielten zu viele Frauen in dieser Männern vorbehaltenen Welt tragende Rollen. Erst als der kanadische Schauspieler William Shatner die Rolle des Enterprise-Kapitäns James T. Kirk übernahm, wurde die Serie einem breiteren Publikum bekannt. Dennoch wurden immer wieder gesellschaftskritische Themen aufgegriffen, die es außerhalb des Science-Fiction-Genres kaum ins Fernsehen geschafft hätten: Fünf Jahre nach Aufhebung der Rassendiskriminierung in den USA warb die Serie mit einem afroamerikanischen Besatzungsmitglied und dem außerirdischen 1. Offizier Mr. Spock für Völkerverständigung und Humanismus.

Die Faszination der Serie beschäftigt auch die 60 anwesenden Gäste im Kino Arsenal. „Wir wünschen uns den edlen Wilden“, erklärt die aus Frankfurt am Main angereiste Ethnologin Eva Raabe mit Blick auf die Figur des Spock. Während Raabe spricht, sitzt Okon im Publikum und hält sein Batleth-Schwert – die beliebteste Nahkampfwaffe der Klingonen – in der Hand. Kein Zweifel, Okon ist ein Blickfang und posiert nach der Vorführung für zahlreiche Fotos.

Am Donnerstag werden im Filmmuseum ab 19 Uhr die ersten Folgen des deutschen Star-Trek-Pendants „Raumpatrouille Orion“ gezeigt, die in den 1960ern Einschaltquoten von 50 Prozent erreichten. Auch Darsteller der Serie wie der Schauspieler Wolfgang Völz wollen dabei sein.

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