Berlin : Circus Ronkelly

Für ein Sondergastspiel mit der Kelly-Family kommt Roncalli ausnahmsweise nach Berlin

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Das Outfit enthält Tröstliches. Bernhard Paul, Gründer und Direktor des Circus Roncalli, trägt zum Schnauzbart eine Lederjacke, auf der neben einem großen „Roncalli“Logo auch der Satz „Honi soit qui mal y pense“ prangt. Tatsächlich ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt, dass Paul die Pressekonferenz zunächst alleine bestreiten muss. Dabei waren auch einige Mitglieder der Kelly-Family angekündigt, die mit Paul ihr gemeinsames Projekt vorstellen sollten: Ab Ende Januar wird Roncalli zusammen mit den Kellys zehn Tage in Berlin auftreten.

„Phantasie verboten“ heißt das von Paul ausdrücklich als „Sonderprojekt“ bezeichnete Stück, das Zirkusnummern und Popmusik miteinander verwebt und inhaltlich die teils absurden bürokratischen Knüppel parodieren soll, die Gauklern seit jeher zwischen die Beine geworfen werden. Nur aufgrund dieses Projektes kommt der Circus Roncalli, nach Berlin. Denn sonst macht er bei seinen Tourneen regelmäßig einen Bogen um die Stadt. Denn nur mit der dann kleineren Entourage ist es Paul möglich, in der Clayallee in Zehlendorf zu gastieren. Der komplette Zirkus müsste ansonsten auf den nur dem Namen nach Zentralen Festplatz in Reinickendorf ausweichen, was Paul nicht für angemessen hält. Ein Zirkus gehöre mitten in die Stadt, unter die Leute, wo er etwa in Köln oder Düsseldorf auch stehe. „Nur in Berlin geht das leider nicht“, klagt der Wiener. Auch ein angedachtes Engagement am Gendarmenmarkt im Dezember wird es nicht geben, weil die Meinungen Pauls und des Senats darüber auseinander gingen, wie ein richtiger Weihnachtsmarkt auszusehen hat.

Dafür werden die Berliner sich bald davon überzeugen können, dass ein echter Kelly nicht nur auf der Bühne, sondern auch in der Manege eine gute Figur macht: Die Iren, die schon 1977 mit dem Circus Roncalli zusammentrafen, werden auch bei den Akrobatiknummern mitmischen, wenn auch nicht „ungesichert übers Hochseil laufen“, sagte Joey Kelly, der mittlerweile zusammen mit seinen Geschwistern Maite und Paddy eingetroffen ist und sich wortreich für einen Stau auf der A2 entschuldigt. Alles wird gut. mhi

Tickets von 25 bis 40 Euro unter 61101313 und an den bekannten Vorverkaufsstellen

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