Citycard-Test : Berliner Kombikarten für Touristen fallen durch

25.09.2012 17:22 Uhr

Schnäppchenjäger auf Reisen lieben Kombikarten für Nahverkehr und Sehenswürdigkeiten. Ein Test des ADAC warnt jedoch davor, sich blind auf die Angebote zu verlassen. Besonders in Berlin sollten Touristen zweimal nachrechnen.

Auch Berlin lockt Touristen mit Kombikarten für Busse, Bahnen und Sehenswürdigkeiten. Gleich drei dieser Pässe gibt es in der Hauptstadt, die "Berlin Welcome Card", die Berlin City Tour Card" und "The Berlin Pass". Doch häufig lohnen sich diese Citycards nicht, wie ein am Dienstag in München veröffentlichter Test des ADAC ergab. Als „wahre Mogelpackung“ stellte sich dem Autoclub zufolge „The Berlin Pass“ heraus. Die „Berlin CityTourCard“ bekam ebenfalls die Note „mangelhaft“. Testsieger dagegen war die „Wien-Karte“.

Der ADAC verglich Angebote aus 14 europäischen Großstädten. Darunter waren allein drei aus der deutschen Hauptstadt. Am Besten von diesen schnitt die „Berlin WelcomeCard“ für 23,90 Euro ab. Die Karte wird von der Berlin Tourismus & Kongress angeboten und ist zum Beispiel an U-Bahnautomaten erhältlich. Der Autoclub gab der Karte, mit der man drei Tage mit Bussen und Bahnen fahren kann und bis zu 50 Prozent Rabatt für Sehenswürdigkeiten, Bühnen und Geschäften bekommt, die Note „ausreichend“. Bemängelt wurde unter anderem, dass es keine besonderen Angebote für Familien mit Kindern gibt.

Die „Berlin CityTour Card“, ebenso ein Angebot des städtischen Tourismusunternehmens für 22,90 Euro, und „The Berlin Pass“ für 82,00 Euro bekamen von den Testern nur das Prädikat „mangelhaft“. Wer die Eintritte zu den zehn Hauptattraktionen und ein Drei-Tages-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr zu normalen Konditionen kauft, zahlt demnach 33,60 Euro weniger als mit „The Berlin Pass“. Dieses Angebot ist für Touristen gedacht, ein britisches Unternehmen zeichnet sich für den Webauftritt verantwortlich, allein dort ist das Ticket erhältlich. "The Berlin Pass" hat nichts mit dem „berlinpass“ zu tun, den die Stadt Berlin Leistungsempfängern wie Hartz-IV- oder Sozialhilfeempfängern anbietet.

Die Note „mangelhaft“ bekam außerdem „The Paris Pass“, der vier Tage lang gültig ist und 153 Euro kostet.

In anderen Städten können Touristen dagegen mit diesen Kombiangeboten Geld sparen. Die „Wien-Karte/Vienna Card“, mit der man drei Tage mit dem Nahverkehr fahren kann, sei mit 19,90 Euro „sehr günstig“, urteilte der Autoclub. Beim Besuch der zehn Hauptsehenswürdigkeiten kann man mit dieser Karte zehn Euro sparen. Darüber hinaus bietet sie Rabatte für Restaurants und Geschäfte.

Ebenfalls die Note „gut“ gab der ADAC dem „Oslo Pass“ für 65,79 Euro und der „Urbana Ljubljana Tourist Card“ der slowenischen Hauptstadt für 35 Euro.

Touristen sollten die Kosten solcher Kombikarten mit den Nahverkehrspreisen vergleichen und überlegen, welche Rabatte sie sonst noch nutzen wollen. Einige Angebote lohnen sich laut ADAC nicht. Sie seien schlicht „Abzocke“. (dapd)

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