Berlin : Club gegen Club

Yaam und Magdalena suchen nach Lösungen.

Paula L. Pleiss

Die Kellerräume strahlen ein industrielles Flair aus. Vom DJ-Pult schallt ein Remix des Bob-Marley-Songs „Is this love“. Alles wie immer in der Magdalena, könnte man meinen. Nur dass dies kein Samstagabend im Club ist, sondern ein Dienstagvormittag. Und die Partygänger sind nicht zum Feiern gekommen, sondern zum Diskutieren. Es ist Endzeitstimmung am Ostbahnhof.

Einmal mehr geht es um die Zukunft der Clubs Magdalena und Yaam. Anhänger und Sprecher der Clubszene, Politiker und Journalisten füllen die Räume. „Club vs. Club – sieht so kulturelle Vielfalt aus?“ steht auf Protestplakaten. Um den als Integrationsprojekt populär gewordenen Reggae-Club Yaam zu retten, soll dieser auf das Gelände der Magdalena umziehen, die soll einen neuen Standort bekommen – darauf hatten sich Clubszene und Politik vor rund einem Jahr geeinigt. Seitdem ist kaum etwas geschehen. Verhindert wird der Umzug von einem Streit zwischen dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und dem Land Berlin um die Ufersanierung – und der sich hinziehenden Rückübertragung des Grundstücks an den Bezirk.

„Das Yaam muss bis Februar das bisherige Gelände verlassen“, sagte Yaam- Sprecher Jan Lerch. „Bis dahin braucht die Magdalena einen Ort, an dem sie den Clubbetrieb fortsetzen kann.“ Der Sprecher der Magdalena fügte hinzu, dass es bereits Gespräche über einen möglichen Umzug auf ein Gelände der Berliner Hafen- und Lagerhausbetriebe am Osthafen gebe. Die Verhandlungen würden länger dauern, in jedem Fall länger als bis Februar. Momentan sei es unmöglich, weitere Veranstaltungen zu planen.

„Die Liegenschaftspolitik hat sich bereits geändert“, versuchte Clara West (SPD) zu beruhigen. „Grundstücke werden nicht mehr einfach an den Meistbietenden verscherbelt.“ CDU-Vertreter Christian Groiny stimmte ihr zu. Oppositionsvertreterin Katrin Schmidberger (Grüne) forderte jedoch eine generelle Strategie gegen die zunehmende Verdrängung der Clubszene.

Doch auch wenn die regierenden Parteien keine Kollektivlösung parat haben, bleibt SPD-Vertreterin West optimistisch: „Ich bin zuversichtlich, dass es bald einen Beschluss bezüglich der beiden Clubs geben wird“, sagte sie. Der Schwerpunkt solle hierbei auf dem Erhalt des Yaam liegen und auch die Geländesuche der Magdalena soll unterstützt werden. Also doch irgendwie alles beim Alten an diesem Vormittag in der Magdalena. Paula L. Pleiss

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