• Clubs helfen Flüchtlingen: Feiernd helfen – Die Plus 1 Initiative engagiert sich für Flüchtlinge

Clubs helfen Flüchtlingen : Feiernd helfen – Die Plus 1 Initiative engagiert sich für Flüchtlinge

Feiern tut gut, und mittlerweile auch Gutes: Die „Plus 1-Refugees Welcome“-Kampagne hat bisher mehr als 50.000 Euro gesammelt, die an Flüchtlingsorganisationen gehen.

Yasmin Polat
Sänger und Rapper Romano mit der "Plus 1"- Spendendose.
Sänger und Rapper Romano mit der "Plus 1"- Spendendose.Foto: Promo

Berliner Gästelisten sind lang. Kein Wunder, verspricht ein Platz auf der Gästeliste nicht nur Ruhm und Ehre, sondern vor allem freien Eintritt und das dazugehörige „Plus 1“ die Möglichkeit, noch eine Person mitzunehmen. Initiatoren aus der Berliner Kultur- und Musikszene haben es sich zur Aufgabe gemacht, den geflügelten Begriff „Plus 1“ ganz wörtlich zu nehmen: Jeder Partybesucher der als „Plus 1“ auf der Gästeliste steht, soll einen Euro spenden. Seit Oktober vergangenen Jahres wurde gesammelt, im Januar 2016 waren schon 24.000 Euro zusammengekommen. Mittlerweile sind es mehr als 50.000 Euro, die jetzt an drei wohltätige Organisationen gehen.

Überwältigender Erfolg

„Wir waren überwältigt von der Zahl“, sagt Björn von Swieykowski, früher Betreiber des Festsaals Kreuzberg und Gründer der „Plus 1“-Kampagne, über das Sammelergebnis. „Wir“, das sind verschiedene Größen aus dem Bereich Musik und Kultur: Booking-Agenturen, Label und beispielsweise eine Markenrechtsanwältin zählen sich zu den Initiatoren der Kampagne. Zu dem Zusammenschluss kam es laut von Swieykowski, der heute drei bekannte Berliner Bars betreibt aus Wut über die aktuelle politische Lage: „Wir haben uns sehr geärgert über die vorherrschende Situation und uns auf Konzerten und Bars darüber unterhalten, was man machen kann. Viele von uns kennen sich noch aus früheren politischen Zusammenhängen.“ Das weit verzweigte Netzwerk des 43-Jährigen und der anderen Mitglieder ermöglichte zusätzlich die Beteiligung von vielen namenhaften Veranstaltern, Clubs und Künstlern.

Die Spendendosen stehen bereit.
Die Spendendosen stehen bereit.Foto: Promo

Unterwegs Geld spenden

Mehr als 70 Berliner und Hamburger Clubs, Bars und Veranstalter haben an der Initiative teilgenommen. Darunter einige Prominente - unter anderem zählen Künstler wie der Sänger und Rapper Romano, Massive Attack oder Fraktus zu den Unterstützern der Kampagne.

Aber auch Berliner Clubs wie das Lido, Astra, Bi Nuu, Gretchen und der Privatclub haben eine Spendendose aufgestellt. An der Kasse wird man aufgefordert, einen Euro für die Flüchtlingshilfe zu spenden. Das ist so unkompliziert wie effektiv, fällt schließlich kein größerer organisatorischer Aufwand an. Die Musikgruppe Get Well Soon beispielsweise hatte auf ihrer letzten Tour eine Plus1-Spendendose mitgenommen: „Wir haben der Band eine Einzahlungskarte mitgegeben, sodass sie unterwegs Geld einzahlen konnten, welches dann direkt auf dem Treuhandkonto landet“, sagt von Swieykowski.

Im Sommer wird auf Festivals gesammelt

Das gesammelte Geld geht nun an drei Hilfsprojekte: An Moabit Hilft, den Flüchtlingsrat Berlin und die Organisation Sea-Watch. „Wir haben bewusst drauf verzichtet, politische Statements abzugeben. Unsere politische Haltung wollen wir durch die Auswahl der Organisationen wirken lassen.“ sagt von Swieykowski.

Die ersten 8.000 € wurden bereits jeweils an die drei Organisationen überwiesen. Jetzt gehen nochmal 8.600 € zu gleichen Teilen an die wohltätigen Initiativen. Die Perspektive von „Plus 1 – Refugees Welcome!“ ist gut. Ursprünglich für drei Monate angedacht, geht die Kampagne nun weiter: „Wir wollen versuchen, das Projekt so dauerhaft wie möglich zu etablieren“ sagt von Swieykowski. „Für den kommenden Sommer gab es schon einige Gespräche mit Festivals, die Dose aufzustellen.“

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