Berlin : Colosseum schließt

Kinobetreiber zieht sich aus Prenzlauer Berg zurück

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Das Kino Colosseum an der Schönhauser Allee schließt zum Ende diesen Jahres. „Wir haben unseren Mietvertrag gekündigt“, sagt Arne Schmidt, Sprecher der Kinokette „Cinemaxx“, zu der das Theater gehört. Der Grund seien bauliche Mängel an dem Haus, das dem Filmproduzent Artur Brauner gehört. Er hatte das Traditionshaus in der Neunzigerjahren gekauft, für einen siebenstelligen Betrag umgebaut und 1997 als Multiplexkino wiedereröffnet. Viele Besucher waren von der Mischung aus alter und neuer Architektur beeindruckt. Vor Jahrzehnten hatte das Gebäude als Pferdebahndepot gedient.

Brauner sieht die Verantwortung für die Bauschäden an dem Gebäude beim inwischen insolventen Baukonzern Holzmann. „Selbstverständlich werden die Mängel behoben“, teilte er in einer Presseerklärung mit.

Wie eine Mitarbeiterin berichtet, konnten zwei der zehn Säle über anderteinhalb Jahre nicht benutzt werden. In einzelnen Kinos seien auch jetzt noch Sitzreihen gesperrt, weil es durch das Dach regne und sich Schimmel gebildet habe. Der Vermieter habe sich davon bislang unbeeindruckt gezeigt.

Umziehen wird das Colosseum nicht. „Bei der großen Kinodichte in Berlin, ist es müßig einen neuen Standort zu suchen“, sagt Schmidt. Mit den 30 bis 50 Mitarbeitern führe man momentan Gespräche. Cinemaxx betreibt außer dem Colosseum noch Kinos am Potsdamer Platz, in Hohenschönhausen und den Filmpalast. Mit 550000 Besuchern im vergangenen Jahr sei das Colosseum nach dem Cinemaxx am Potsdamer Platz das meistbesuchte Kino der Gruppe in Berlin, so der Sprecher.

Hausherr Artur Brauner hatte sich besorgt gezeigt, als am 1. März 2000 das Kino in der Kulturbrauerei eröffnete. „Das Colosseum war kerngesund und Cinemaxx war glücklich, als es allein in Prenzlauer Berg agierte.“ Nach seiner Einschätzung habe das Colosseum etwa ein Drittel seiner Zuschauer an die Kulturbrauerei verloren. Pankows Stadtentwicklungsstadtrat Martin Federlein (CDU) versucht, Artur Brauner und Cinemaxx an einen Tisch zu bekommen. „Es wäre schade, diesen traditionsreichen Standort aufzugeben“, sagt Federlein. Für den Bezirk sei das Kino wichtig, gerade weil es in den anderen Ortsteilen Pankows kaum Kinos gebe. jj

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