Computer-Abstürze : Heilmann im Rechtsausschuss: Wir finden den Fehler nicht

Ein neues Betriebssystem hindert die Gerichte am Arbeiten. Der Senator will die ganze IT umkrempeln.

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Das alte Programm läuft noch unter Windows 95, stabil. Seit für das neue Programm modernisiert wird, geht nichts mehr.
Das alte Programm läuft noch unter Windows 95, stabil. Seit für das neue Programm modernisiert wird, geht nichts mehr.Foto: dpa

Der Tagesspiegel-Bericht vom vergangenen Sonnabend über abstürzende Computer in der Berliner Justiz hatte jetzt ein Nachspiel im parlamentarischen Rechtsausschuss. Auf Verlangen der Grünen musste Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) Stellung nehmen. Heilmann gab Probleme zu und zeigte sich mit der Berliner IT-Landschaft unzufrieden. „Die zwölfköpfige Taskforce sucht den Fehler, konnte ihn aber bisher nicht finden“, sagte der Senator.

Wie berichtet, hatte das Servernetz der Justiz eine neue Version seines Betriebssystems bekommen, die nötig wurde, weil die Gerichte künftig nicht mehr mit dem Programm Aulak arbeiten, sondern mit dem Programm Forumstar, das neu eingeführt wird. Die Einführung als solche war ebenfalls umstritten; insbesondere einige Personalvertretungen opponierten. Das Amtsgericht Neukölln war das erste, das im vergangenen August die neue Server-Infrastruktur bekam, und es wird auch das erste sein, bei dem zum 1. Mai ein Modul von Forumstar installiert wird.

Er strebe eine Neuordnung des Managements der IT an

Vorher beharkten sich noch die Personalvertreter - die Neuköllner wollten Forumstar laut Heilmann einführen, doch der Gesamtrichterrat habe sich gesperrt, weil es einigen Richtern nicht passte, dass sie in dem neuen Programm teilweise Aufgaben erledigen müssen, die unter Aulak den Geschäftsstellen oblagen. Es gab deswegen ein Treffen der Personalvertreter mit dem Staatssekretär; die Neuköllner setzten sich schließlich durch.

„Wir brauchen langfristig eine neue IT-Landschaft in Berlin, doch das ist ein weiter Weg“, sagte Heilmann. Er strebe eine Neuordnung des Managements der IT an. Seine Erfahrungen mit den Dienstleistern der öffentlichen Hand seien nicht immer so gewesen wie erhofft. Dem Vernehmen nach gibt es aber Probleme bei der Stellenbesetzung. Heilmanns Wunschkandidat für die ausgeschriebene Stelle eines IT-Experten soll abgesprungen sein.

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