Berlin : Computerpanne bei der Polizei: Fehlerhafte Gebührenabbuchung

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Über 1200 Mitarbeiter der Polizei erhielten kürzlich Mahnungen, weil sie die Miete für ihre Parkplätze nicht bezahlt hatten. Es lag aber nicht an ihnen. Sie alle hatten der Behörde Einzugsermächtigungen erteilt. Aber die Daten wurden verspätet in den Computer eingegeben. Daraufhin setzte sich ein automatisches Mahnverfahren in Gang, das den Steuerzahler womöglich mehrere 1000 Mark kosten wird.

Hintergrund ist, dass Polizeibeamte für Parkplätze auf landeseigenen Grundstücken nun Gebühren bezahlen müssen. Allerdings schaffte es die Landeshauptkasse nicht, Anfang April die Gebühren abzubuchen. Angeblich wurde erst Mitte April damit begonnen, die Daten in den Computer einzugeben. Der Einzahlungstermin war bereits überschritten, und ein automatisches Mahnverfahren wurde ausgelöst: "Nun rollte die Lawine", sagte der Leiter des Landespolizeiverwaltungsamtes, Rolf-Peter Lange, dem Tagesspiegel. Dass das Programm nicht auf den Tag der Dateneingabe achtet, sondern nur auf den Fälligkeitstermin einer Zahlung, davon will keiner der Datenverarbeitungsfachleute etwas gewusst haben.

Im Griff hat man die Eigenmächtigkeit des Computerprogramms heute noch immer nicht. Im Mai wurden die fälligen Stellplatzgebühren zwar von den Konten der Mieter abgebucht - aber einschließlich der zu Unrecht erhobenen drei Mark Mark Mahngebühren. "Wir müssen nun überlegen, wie den Mitarbeitern die zusätzlichen Kosten, für die sie ja nichts können, erspart werden können", sagte Lange. Wann die Mitarbeiter mit der Erstattung ihrer zu viel gezahlten Kosten rechnen können, steht noch in den Computer-Sternen.

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