Berlin : Computerprobleme bei der Feuerwehr: Leitstelle wich auf "Handbetrieb" aus

CD

Die Feuerwehr hat gestern eine Forderung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zurückgewiesen, den Probebetrieb des neuen Computer-Leitsystems "Ignis" wegen Mängeln sofort zu stoppen. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Eberhard Schönberg, sprach von einem "Chaos" beim Einsatz an der Mauerstraße in Mitte, wo am Donnerstag ein Dachstuhl gebrannt hatte. Wie berichtet, waren die Retter zunächst irrtümlich in die Wilhelmstraße ausgerückt. Ein Feuerwehr-Sprecher betonte aber, dies habe nichts mit der neuen Technik zu tun gehabt. Vielmehr hätten die ersten drei Anrufer falsche Adressen genannt.

Zugleich gab der Sprecher zu, dass die Computer in der Leitstelle gestern zum wiederholten Male wegen verschiedener Fehler abgeschaltet wurden. Man wich auf einen "Handbetrieb" mit Zetteln aus. Außer Mehrarbeit für die zuständigen Beamten habe dies aber keine negativen Folgen gehabt, hieß es. Von einem Chaos wie in der Silvesternacht könne keine Rede sein.

Am 5. Oktober geht eine neue Leitstelle mit dem "Ignis"-System in Betrieb. Die Planer rechnen mit weiteren Problemen; wahrscheinlich müsse man noch mehrmals auf die Zettel-Methode zurückgreifen. Aber: "Alle bisherigen Fehler sind behoben." Generell sei das System geeignet. Darin stimmt auch die GdP zu. Die Einführung müsse aber verschoben werden, sagte Schönberg. Sonst würden "Leben und Gesundheit von in Not geratenen Menschen und der eingesetzten Feuerwehrleute gefährdet".

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