• Concorde: Frau Pfitzmann behauptet, ihr Mann wollte mit der Unglücksmaschine fliegen - aber ein Ticket war nicht gebucht

Berlin : Concorde: Frau Pfitzmann behauptet, ihr Mann wollte mit der Unglücksmaschine fliegen - aber ein Ticket war nicht gebucht

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Günter Pfitzmann hat womöglich Geheimnisse vor seiner Frau. Lilo Pfitzmann scheint davon überzeugt zu sein, dass ihr Mann mit der Concorde fliegen wollte, die abgestürzt ist. So stand es gestern in der Bild-Zeitung, und genau so soll es Lilo Pfitzmann gestern der Deutschen Presse-Agentur erzählt haben: Dass im Terminkalender ihres Mannes dieser Flug vermerkt sei, weil er eingeladen sei von der Reederei Deilmann, dass sie und ihre Kinder heilfroh seien, dass ihr Mann nicht mitgeflogen sei. "Herzinfarkt rettete Pfitzmann das Leben", schrieb die Bild-Zeitung gestern, "Berlins TV-Liebling war schon auf der Todesmaschine gebucht". Die dpa legte um gestern um 11.09 Uhr nach: "Günter Pfitzmann plante Flug mit der Unglücks-Concorde."

Stimmt aber nicht. Günter Pfitzmann war nicht zu dieser 64. Reise eingeladen. Dies bestätigten mehrere Mitarbeiter der Reederei in Neustadt an der Ostsee gestern dem Tagesspiegel. Pfitzmann sei im Mai eingeladen gewesen, auf Kosten Deilmanns an der achttägigen Mittelmeerkreuzfahrt "Von Istanbul nach Genua". Diese 58. Reise war quasi die Geburtstagsparty für die am 11. Mai 1998 getaufte Deutschland. Neben Pfitzmann waren Vicky Leandros, Wolf-Jobst Siedler, Berti Vogts und Fritz Wepper eingeladen. Der 76-jährige Günter Pfitzmann musste jedoch nach seinem Herzinfarkt vom 18. April absagen.

Der zuständige dpa-Redakteur sagte gestern dem Tagesspiegel, dass er etwa eine Viertelstunde mit Lilo Pfitzmann gesprochen habe. "Das hat sie mir so gesagt." Missverständnisse schließt der Journalist aus. Durch die Aufmachung in Bild geweckt, häuften sich dann die Anrufe von Zeitungen und Sendern bei Deilmann derart, dass die Reederei am Nachmittag ein offizielles Dementi verfasste. Die dpa druckte das um 16.28 Uhr ab: "Flug von Pfitzmann weder geplant noch gebucht". Eine knappe Stunde aber eine erneute Kehre: "Günter Pfitzmann plante Concorde-Flug".

Günter und Lilo Pfitzmann gingen gestern nicht ans Telefon, wenn der Tagesspiegel klingelte.

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