Container-Heime für Flüchtlinge : Nicht alle Turnhallen werden zum Schulstart frei

Der Fahrplan für den Aufbau der Container-Heime steht. Die letzten sollen im Oktober eröffnen. Aber nicht alle Turnhallen werden zum Schulstart frei.

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Buntes Berlin. Diese Flüchtlingsunterkunft aus Containern steht in Treptow-Köpenick. Die neu geplanten Tempohomes stehen noch nicht.
Buntes Berlin. Diese Flüchtlingsunterkunft aus Containern steht in Treptow-Köpenick. Die neu geplanten Tempohomes stehen noch...Foto: Soeren Stache/dpa

Das Tempo ist nicht hoch genug beim Aufbau der "Tempohomes". Dies geht aus einem „Statusbericht“ der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement (BIM) hervor, die die Errichtung der Container-Heime vorantreiben soll. Der Bericht, der dem Tagesspiegel vorliegt, sieht eine Fertigstellung der letzten temporären Flüchtlingsunterkünfte aus der „Staffel 4“ erst für Mitte Oktober vor. Allerdings, so schränken die Verfasser zusätzlich noch ein, sei auch dieser Terminplan nur dann einzuhalten, wenn ein „ungestörter Ablauf“ gelingt, „die Grundstücke termintreu identifiziert“ werden und eine „unmittelbare Bebauung“ sowie Vergabe der Planungsleistungen möglich ist.

Dem Bericht der BIM zufolge können auf den bisher ausgewählten Grundstücken rund 8320 Plätze für Geflüchtete geschaffen werden. Weitere Bauflächen für die letzte, „vierte Staffel“ der geplanten Container-Häuser sollen Ende dieser Woche benannt werden. Bisher hieß es stets, dass rund 10.000 Flüchtlinge zurzeit in Turnhallen untergekommen sind.

Flughafen Tempelhof bekommt gleich vier Container-Heime

Das Papier offenbart auch, dass der Flughafen Tempelhof, größtes Flüchtlingsdorf Deutschlands, weiter ausgebaut wird: Vier „Tempohomes“ mit Platz für 2000 Menschen sind auf dem Areal nun zusätzlich noch geplant. „Diese dienen der Entlastung der Hangars“, schreiben die Verfasser des Berichts. Die BIM stelle die Container für die Erweiterung des Flüchtlingsairports bereit. Der Aufbau erfolge durch die landeseigene Tempelhof Projekt.

Die anderen Flüchtlings-Container werden quer auf die Stadt verteilt: Der bisher eher verschonte Südwesten bekommt einen „Doppelstandort“ an der Finckensteinallee 63 mit Platz für 1000 Geflüchtete. Marzahn-Hellersdorf bekommt ebenfalls zwei „Tempohomes“ in der Beilsteiner Straße 109 und der Dingolfinger Straße.

Wo Berlin seine Flüchtlinge unterbringt
Inmitten von Einfamilienhäusern ist ein hellgraues Containerdorf an der Venusstraße in Altglienicke entstanden.Weitere Bilder anzeigen
1 von 26Soeren Stache/dpa
21.07.2016 10:43Inmitten von Einfamilienhäusern ist ein hellgraues Containerdorf an der Venusstraße in Altglienicke entstanden.

Doppelt bedacht wird außerdem Pankow (Silverstorpstraße 9a sowie Buchholzer Straße). Außerdem stehen Spandau (Am Oberhafen 7), Neukölln (Buckower Damm 302), Lichtenberg (Hohenschönhauser Straße 76) sowie Charlottenburg-Wilmersdorf (Stadion Wilmersdorf) auf der Liste.

58 Sporthallen sind noch belegt

Laut Senatsverwaltung für Soziales sind zurzeit noch 58 Sporthallen belegt. Noch bevor das erste Tempohome eröffnet, was nach den Plänen der BIM am 25. Juli sein wird, sollen bereits Turnhallen frei werden. Bis zu zehn könnten es laut Senator Mario Czaja (CDU) noch im Monat Mai sein. Die Bezirke entscheiden mit, welche dringend benötigt werden. Dass aber die Schulen alle Sporthallen bis Anfang des neuen Schuljahres zurück haben, „wird nicht möglich sein“, so Czajas Sprecherin Regina Kneiding.

Zumal es mit dem Auszug der Geflüchteten in eine andere Unterkunft nicht getan ist: Anschließend überprüfen Sachverständige den Zustand der Turnhallen und in der Verwaltung wird damit gerechnet, dass Sanierungsbedarf bei den Böden und den Sanitäreinrichtungen festgestellt wird – was die Rückgabe der Turnhallen zusätzlich verzögern würde.

Bei der CDU ist hinter vorgehaltener Hand Ärger wegen des zögerlichen Tempos bei den Tempohomes zu hören; dort hält man am gesteckten Ziel fest, dass die Turnhallen zum Schulbeginn wieder für Schüler und Sportler bereit stehen.

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