Contra : Soll das Stadtschloss eine Fußgängerzone bekommen?

Gleich mehrere Gründe sprechen gegen den erweiterten Lustgarten und die Aufgabe der Karl-Liebknecht-Straße.

Matthias Oloew

Erstens: Das Humboldt- Forum würde umkurvt und der Verkehr direkt vor dem künftigen Haupteingang (unter der Kuppel) vorbeifahren. Damit bildet er eine Barriere zu dem Einheits- und Freiheitsdenkmal, das auf der Schlossfreiheit geplant ist. Wenn hier die verkehrsberuhigte Zone entsteht und somit ein neuer attraktiver Stadtplatz, ist deutlich mehr gewonnen, als wenn der ohnehin schöne Lustgarten noch erweitert würde. Zweitens: Es ist hanebüchen, eine neue Straße an der Spree entlang dem Marx-Engels-Forum zu bauen und damit ein attraktives Stück Spreeufer dem Verkehrslärm zu opfern. Die Spreeufer sollen den Flaneuren gehören – vor allem am neuen Humboldt-Forum. Drittens: Es ist wirklich kaum vorstellbar, dass vor der Marienkirche und vor dem Brandenburger Tor beziehungsweise vor der Staatsoper große Rampen und Einfahrten gebaut werden sollen, wie man sie vom Alexanderplatz oder Bundesplatz kennt, nur, um die Tunnel-Vorschläge des ADAC zu verwirklichen. Gewinnen die Linden durch Rampen, die allenfalls Zeugnisse einer autogerechten Stadtplanung der Sechziger sind? Viertens: Soll sich der Durchgangsverkehr Richtung Alex wirklich am Nikolaiviertel vorbeiquälen? Und fünftens: Wer soll die auf mehrere hundert Millionen Euro veranschlagten Baukosten für die Tunnel eigentlich bezahlen? Matthias Oloew

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