Berlin : Cool bleiben

Verbraucher können getrost Frischware kaufen Lebensmittelprüfer kontrollieren jetzt verstärkt

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In Eisdielen wird schon mal das Eis weich, kaum, dass es frisch zubereitet in der Kühltheke ausgestellt ist. Auf den Märkten haben es die Händler schwer, Obst, Hähnchenfleisch oder Fisch kühl zu halten: Wegen der anhaltenden Hitze sind die Lebensmittelämter der Bezirke alarmiert. Sie verfügen zwar wegen der Urlaubszeit derzeit über wenig Personal – prüfen aber nach eigenen Angaben vermehrt dort, wo Lebensmittel besonders schnell zu verderben drohen. Zumal, da das Verbraucherschutzministerium vor verdorbenem Fleisch gewarnt und die Länder um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten hatte. Bei einer bundesweiten Überprüfung in Lebensmittelgeschäften war von 55 genommenen Fleischproben jede Sechste mit Salmonellen verseucht. Die Berliner, so scheint es, müssen sich aber derzeit nicht sorgen. Das jedenfalls melden die Prüfer.

„Bei unseren Proben in den vergangenen Wochen haben wir keine gravierenden Probleme festgestellt“, sagt Gudrun Pioch. Sie leitet das Lebensmittelaufsichtsamt in Marzahn-Hellersdorf. Es gebe einige kleinere Einzelhändler, deren Eistruhen zu voll gepackt seien. Die würden gebeten, das zu beheben. „Mehr war bisher aber nicht.“ Auch die Kollegen in Reinickendorf melden bislang nur einen einzigen Fall seit Beginn der Hitzewelle, in dem Ware beanstandet wurde. Auch in Mitte, Pankow und Charlottenburg geben die Ämter Entwarnung.

Verstärkte Kontrollen – ja. Grund zur Besorgnis – bisher nein. Der Leiter des Berliner Instituts für Lebensmittel und Tierseuchen, das beanstandete Proben untersucht, meldet derzeit ebenfalls: „Unser Labor hat nicht mehr zu tun als sonst“, sagt Jochen Henschke. Und auch in die Rettungsstellen der Kliniken sind nicht mehr Patienten mit Lebensmittel- oder Salmonellen-Vergiftung gekommen als sonst.

So gebe es für Verbraucher derzeit keinen Grund, besonders aufgeregt zu sein, sagt Gunhild Maaß, die Leiterin der Lebensmittelaufsicht in Steglitz-Zehlendorf. „Aber ein paar Problembereiche gibt es doch.“ Märkte zum Beispiel, auf denen leicht verderbliche Ware verkauft werde: Fisch, Geflügel oder auch Produkte, in denen Sahne oder Ei enthalten ist. „Da kann es bei der Hitze unter Umständen schwierig werden, die Ware ausreichend zu kühlen.“ Damit das möglichst geschieht, prüfen täglich fünf Kontrolleure.

Das ist nicht in allen Bezirken gleich. Die Prüfdienste sind ohnehin unterschiedlich stark besetzt, einige sind durch die Urlaubszeit vorübergehend zu Ein-Mann- Unternehmen geworden. So schafft es Reinickendorf derzeit nur, große Betriebe zu prüfen. Allerdings gelten die auf Grund ihrer oft hoch technisierten Kühlsysteme als weniger problematisch. mne

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