Berlin : Cora Berliner, Hannah Arendt und Edwin Redslob geehrt

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An prominenter Stelle südlich des Brandenburger Tores werden drei bekannte Berliner nun mit einem Straßennamen geehrt. Das Bezirksamt Mitte beschloss gestern, drei neu anzulegende Straßen in den Ministergärten nach Hannah Arendt, Cora Berliner und Edwin Redslob zu benennen. Auch die alte Bezeichnung "In den Ministergärten" wird zurückkehren.

Die Verlängerung der Französischen Straße zwischen Wilhelm- und Ebertstraße heißt künftig "Hannah-Arendt-Straße". Die 1906 geborene Philosophin emigrierte 1933 nach einer kurzen Verhaftung durch die Gestapo in die USA. Dort lehrte die Jüdin bis zu ihrem Tod 1975 Philosophie.

Die zwischen der Behren- und der verlängerten Französischen Straße entstehende Verbindung wird "Cora-Berliner-Straße" heißen. Die 1890 geborene Sozialwissenschaftlerin war bis 1933 Professorin an der Technischen Hochschule in Berlin. Nach der Machtübernahme der Nazis wechselte Cora Berliner zum Jüdischen Frauenbund in Berlin, um bis zuletzt anderen zu helfen. Im Juni 1942 wird sie ins KZ Theresienstadt deportiert und dort ermordet.

Die zwischen der Verlängerung der Französischen und der Voßstraße entstehende Verbindung wird "Edwin-Redslob-Straße" heißen. Der 1894 geborene Redslob war bis zur Entlassung durch die Nazis Reichskunstwart. Nach dem Krieg war er in West-Berlin Mitbegründer des Tagesspiegel, der FU und der Freien Volksbühne. Er starb 1973.

Die Verbindung zwischen der Ebert- und der Edwin-Redslob-Straße erhält die Bezeichnung "In den Ministergärten". Dies hatten sich die Anlieger, sieben Landesvertretungen, gewünscht.

Gegen die Benennungen hat der Senat keine Einwände. Im vergangenen Jahr war der Bezirk Mitte damit gescheitert, den Platz vor dem Reichstag nach Hannah Arendt zu benennen. Der Senat setzte Friedrich Ebert durch.

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