Cottbus : Rätzel endgültig abgewählt

Die Abwahl der parteilosen Cottbuser Oberbürgermeisterin Karin Rätzel ist besiegelt. Gegen die wegen ihrer umstrittenen Amtsführung in die Kritik geratene Rätzel stimmten 27.903 Bürger; nur 3229 Menschen waren für ihren Verbleib.

Cottbus - Laut amtlichem Wahlergebnis hätten sich beim Bürgerentscheid am vergangenen Sonntag 27.903 der rund 87.926 wahlberechtigten Bürger gegen die 59-Jährige ausgesprochen, sagte am Donnerstag Kreiswahlleiterin Sabine Hiekel. 3229 Menschen stimmten für den Verbleib Rätzels. Die Wahlbeteiligung lag bei 35,54 Prozent.

Damit war das für die Abwahl notwendige Quorum von mindestens einem Viertel der Stimmen erreicht. Mit der Verkündung des amtlichen Wahlergebnisses wurde zugleich die Abberufung der Cottbuser Oberbürgermeisterin vollzogen. Sie wurde mit sofortiger Wirkung in den Ruhestand versetzt und erhält bis zum Ende ihrer Amtsperiode im Jahr 2010 noch 75 Prozent ihrer jetzigen Bezüge.

Bereits am Mittwoch hatte Rätzel ihren Rathausstuhl geräumt. Sie will nach eigenen Angaben ihren Wohnsitz mit ihrem Lebensgefährten, dem Manager des Handball-Regionalligisten LHC Cottbus Fritz Bohla (58), in die Nähe von Hamburg verlagern.

In einer anschließenden Sondersitzung des Hauptausschusses der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung sollte am Donnerstag über den Nachfolger Rätzels bis zu den Neuwahlen am 22. Oktober beraten werden. Im Gespräch waren der 39-jährige Beigeordnete für Ordnung und Sicherheit, Holger Kelch (CDU), und die 48-jährige Beigeordnete für Bau und Finanzen, Marietta Tzschoppe (parteilos). Die Entscheidung soll am Freitag in einer Sondersitzung des Stadtparlaments fallen. (tso/ddp)

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