Berlin : Cubix Ufa-Palast: Kinowürfel

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Der moderne Cubix Ufa-Palast steht etwas verloren zwischen Rathauspassagen, S-Bahn und Berolinahaus direkt unter dem Fernsehturm, aber als erster Nach-Wende-Neubau am Platze gibt er dem Alex das Gefühl, beim Umbau der City nicht ganz vergessen worden zu sein. 30 Meter hoch ist der Kubus mit seiner verglasten Granitsteinfassade, im Innern gibt es 97 Treppenläufe, dazu Rolltreppen und Fahrstühle, mit denen der Besucher in neun Kinos mit zusammen 2411 Plätzen gelangt. Die Platzzahl ist gestaffelt: 147, 237 und 314 Plätze in acht Kinos. Kino 9 ist mit über 700 Sitzen das größte, vom Sessel bis zur Wandbespannung ganz in festliches Rot getaucht und mit einer Leinwand, die mit zehn mal 24 Metern größer ist als ein Tennisplatz. In einigen Reihen sollen Liebespaare kuschelig nahekommen dürfen, dafür wurde auf die mittlere störende Armlehne verzichtet. Gegen eine Kaution von zehn Mark gibt es für Kinder spezielle Sitzerhöhungen. Dienstags ist Kinotag, da kostet jede Karte sieben Mark fünfzig, ansonsten liegen die Preise zwischen neun und 15 Mark.

Das Würfelkino auf dem Platz der einstigen Disko "Alextreff" sei das Flaggschiff der Ufa, "in Komfort, Design und Innenarchitektur unvergleichlich mit anderen Ufa-Häusern", sagt Eugen von Lackum vom Investor TLG. Die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft investierte 50 Millionen Mark "mit unternehmerischem Mut, wirtschaftlichem Kalkül und einer von uns sehr stark empfundenen städtebaulichen Mitverantwortung". Für die Ufa als Betreiber gab vor allem der zentrale Standort den Ausschlag. "Der Alex ist ein Platz der Menschen", sagt Ufa-Geschäftsführer Stephan Lehmann und betont die "hohe Aufenthaltsqualität und das Wohlgefühl" in diesem "Eventhaus mit hundert Prozent Kino". Das Filmhaus, das auch ein Premierenkino sein soll, wurde trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten bei der Ufa-Theater GmbH fertiggestellt, während anderenorts Multiplex-Kinos schließen mussten. Jetzt also "das modernste Kino der Stadt an einem geschichtsträchtigen Ort".

Bei den umliegenden Kinos zwischen "International" und Hackeschen Höfen muss diese Konkurrenz gefürchtet werden, und Eugen von Lackum sagt denn auch in aller Offenheit: "Wir sind uns im Klaren darüber, dass wir an diesem Platz vielen anderen die Kinokunden wegnehmen - so hoffen wir jedenfalls."

Davon sprach gestern Abend bei der Eröffnungsgala kaum jemand. Sonja Kirchberger, Günther Pfitzmann und Otto Sander führten die Liste der Prominenten an, die zur geladenen Gästeschar gehörten. Statt Schwarzenegger gab es etwas Fröhliches - Julia Roberts in "Americas Sweethearts".

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