Berlin : Da ist der Wurm drin

Gammel-Ware? Am Wochenende kein Amt erreichbar

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Auch in Berlin haben die Behörden die Suche nach Gammelfleisch verstärkt. Doch wer am Wochenende bedenkliche Lebensmittel entdeckt, steht bei den zuständigen Behörden vor verschlossenen Türen. Als am Sonnabend ein Tagesspiegel-Leser beim Zubereiten der am Freitagabend in einem Schöneberger Supermarkt gekauften Knurrhahn-Filets längliche, rötliche Würmer in denselben entdeckte, fühlte sich niemand in der Berliner Verwaltung zuständig.

Der Mann wandte sich an das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg – was nach Auskunft der Senatsverwaltung für Gesundheit in diesen Fällen auch die richtige Behörde ist. Doch weder beim Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt noch beim Ordnungsamt des Bezirks war jemand zu erreichen. Einen Bereitschaftsdienst für solche Fälle gebe es nicht, sagte die Dame in der Telefonzentrale und verwies an die Polizei. Dort empfahl ein Sprecher, den Fisch zurück in den Laden zu bringen oder wegzuwerfen und einen Bericht zu machen.

Auch bei der Senatsverwaltung für Gesundheit hieß es, man könne am Wochenende keinen Zuständigen erreichen. Die Sprecherin von Senatorin Heidi Knake-Werner (PDS), Roswitha Steinbrenner, verwies auf die Zuständigkeit der Bezirke. Bisher habe es keine Hinweise auf Probleme bei Fischen gegeben. Die Würmer seien wohl Ekel erregend, aber keine Gesundheitsgefahr. Der Kunde sollte sofort im Geschäft reklamieren oder könne den Fisch zur Untersuchung beim Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen (ILAT) in der Invalidenstraße abgeben. Dort hieß es allerdings, die Ware müsse von der Polizei mit einem Vorgang angeliefert werden. Komme der Bürger direkt, müsse er die Untersuchung selbst bezahlen.

Der Leiter des Supermarktes, wo der Knurrhahn gekauft wurde, sagte, Fisch sei immer „ein heikles Thema“, man werde die Lieferung überprüfen und die Ware des Käufers zurücknehmen. Der Leser lässt den Fisch jetzt bis Montag sicher verpackt im Kühlschrank und geht dann zur Lebensmittelaufsicht. du-

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