• Da kauft der Skin: Rechter Szene-Laden überfallen Täter schlugen mit Knüppeln auf Angestellte ein/Politisch motiviert?

Berlin : Da kauft der Skin: Rechter Szene-Laden überfallen Täter schlugen mit Knüppeln auf Angestellte ein/Politisch motiviert?

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Der Ladenbesitzer Henry H. deutete gestern auf die Abdrücke der Schuhsohlen unten an der Wand im Hausflur. Schwarze Gummischrammen zeugen noch von dem Überfall am Freitagmorgen. Gegen 11 Uhr wollte seine Angestellte den Bekleidungsladen „Harakiri“ in der Bornholmer Straße in Prenzlauer Berg aufschließen. Dort werden englische Klamotten wie die in der rechten Szene verbreiteten Kapuzenpullover der Marke „Lonsdale“ sowie Springerstiefel verkauft. Plötzlich lauerten ihr drei maskierte Männer auf, schlugen wortlos mit Knüppeln auf ihren Kopf ein. Als die 32jährige Frau am Boden lag, schlugen und traten die Täter weiter auf ihr Opfer ein. Dann flüchteten sie. Die Verkäuferin kam mit einer Platzwunde und Prellungen zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus. Im Polizeibericht steht zudem: „Das Bekleidungsgeschäft ist bereits des Öfteren Ziel von Sachbeschädigungen gewesen, da hier Bekleidungsstücke verkauft werden, die vornehmlich von Angehörigen der ,rechten‘ Szene getragen werden.“

Für Henry H. scheint logisch, wer die Täter waren: „Linke Antifaschisten“, sagt er. Warum sollten die Täter sonst an das Außentor „Nazishops angreifen“ sprühen und mit „Antifa“ unterschreiben? Dreimal hätten „die Linken“ ihm schon innerhalb der vergangenen zehn Jahre Autos in Brand gesteckt. Auf den Internetseiten der Antifa werden Anschläge auf diesen und den zweiten „Harakiri“-Laden in Prenzlauer Berg in den vergangenen Jahren aufgelistet. Die Aktionen gegen die rechten Läden werden auch im Verfassungsschutz-Bericht des Landes Berlin erwähnt. „Ja, meine Kundschaft sind auch Skinheads“, erklärt der Ladenbesitzer. „Das ist noch lange kein Grund, meine Verkäuferin brutal niederzuschlagen.“ Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt, ob der Überfall politisch motiviert war. Für Henry H. gibt es daran keinen Zweifel. tabu

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