Berlin : Dämpfer am Wahlabend

Von Wowereit bis Henkel – welche prominenten Politiker überraschend schlecht abschnitten

Wahlverliererin: Annette Fugmann-Heesing, 56, ehemalige Senatorin. Auch die ehemalige Finanzsenatorin, die dem Landesparlament zwölf Jahre angehörte, zieht nicht wieder ins Abgeordnetenhaus ein. Die SPD-Frau kandidierte in Tempelhof-Schöneberg, Wahlkreis 1, und musste sich dort dem Grünen-Politiker Thomas Birk knapp geschlagen geben. Auch über die Bezirksliste bekam sie kein Mandat. Von 1996 bis 1999 war sie Finanzsenatorin, vorher Finanzministerin in Hessen. Fugmann-Heesings politische Karriere ist damit vorerst beendet. (sib/za)
Wahlverliererin: Annette Fugmann-Heesing, 56, ehemalige Senatorin. Auch die ehemalige Finanzsenatorin, die dem Landesparlament...Foto: Davids/Darmer

Klaus Wowereit, 57, Regierungschef.

So kann es kommen. Der SPD-Spitzenkandidat und Regierende Bürgermeister hat am Sonntag seinen Wahlkreis in Halensee (Charlottenburg-Wilmersdorf) verloren und zieht auch nicht über die Bezirksliste der SPD ins Abgeordnetenhaus ein. Er hat also zum ersten Mal nach 16 Jahren kein Parlamentsmandat mehr. Das ist peinlich, aber kein Hindernis, um wieder für das Amt des Regierungschefs zu kandidieren. Wowereit unterlag in seinem Wahlkreis überraschend dem Rechtsanwalt und Notar Claudio Jupe von der CDU.

Annette Fugmann-Heesing, 56, ehemalige Senatorin. Auch die ehemalige Finanzsenatorin, die dem Landesparlament zwölf Jahre angehörte, zieht nicht wieder ins Abgeordnetenhaus ein. Die SPD-Frau kandidierte in Tempelhof-Schöneberg, Wahlkreis 1, und musste sich dort dem Grünen-Politiker Thomas Birk knapp geschlagen geben. Auch über die Bezirksliste bekam sie kein Mandat. Von 1996 bis 1999 war sie Finanzsenatorin, vorher Finanzministerin in Hessen. Fugmann-Heesings politische Karriere ist damit vorerst beendet.

Christian Gaebler, 46, bisheriger SPD-Fraktionsgeschäftsführer. Ein schwerwiegender Verlust für die SPD-Abgeordnetenhausfraktion. Der Fraktionsgeschäftsführer und Kreisvorsitzende in Charlottenburg-Wilmersdorf verlor ebenfalls völlig überraschend sein Parlamentsmandat. Nur 30 Stimmen fehlten ihm im Wahlkreis, über die SPD-Liste im City Bezirk kam er ebenfalls nicht zum Zuge. Gaebler muss jetzt darauf hoffen, später nachrücken zu können oder vielleicht Staatssekretär zu werden.

Oliver Schruoffeneger, 49, Grünen-Haushaltsexperte. Nach zehn Jahren Mitglied im Abgeordnetenhaus gehört er nicht mehr zur neuen Grünen-Fraktion. Der 49-jährige Politologe trat auf Listenplatz 28 an. Doch der Platz reichte nicht aus, da die Grünen elf Direktmandate gewinnen konnten, 19 Mandate stellen sie über die Landesliste. Schruoffeneger ist Haushaltsexperte und arbeitete vor seinem Einzug ins Parlament 2001 als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fraktion. Zuvor war er grüner Fraktionsgeschäftsführer der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf. Schruoffeneger ist aber zuversichtlich, dass er etwas später ins Parlament nachrücken kann.

Frank Henkel, 47, CDU-Chef. Der CDU-Landes- und Fraktionschef, gleichzeitig Spitzenkandidat seiner Partei, ist mit dem Wahlergebnis für seine Partei recht zufrieden. Aber nicht alle Träume gingen in Erfüllung. So musste sich Henkel im Wahlkreis 3 in Mitte geschlagen geben. Die Direktkandidaten von SPD und Grünen lagen deutlich vor ihm. Doch anders als Wowereit war der CDU-Mann über die Bezirksliste abgesichert.

Andrea Fischer, 51, ehemalige Bundesgesundheitsministerin. Ihr Wahlziel hat die prominente Grünen-Politikerin nicht erreicht: Sie wollte Bezirksbürgermeisterin von Mitte werden und Christian Hanke, der erneut zum Bürgermeister gewählt wurde, ablösen. Das schaffte Fischer zwar nicht, ihre Partei aber erreichte hinter der SPD im Bezirk einen guten zweiten Platz mit 24,1 Prozent der Stimmen. Die Bundesgesundheitsministerin a. D. hat jedoch Gefallen an der Kommunalpolitik gefunden. Sie wird wohl einen Stadtratsposten in Mitte erhalten. sib/za

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