• Dahlemer Bauprojekt: Richtfest mit Spatenstich auf der Truman Plaza – und ein neuer Streit

Dahlemer Bauprojekt : Richtfest mit Spatenstich auf der Truman Plaza – und ein neuer Streit

Auf dem ehemaligen Gelände des Deutsch-Amerikanischen Volksfestes kommt der Investor Stofanel mit der Bebauung voran. Die SPD sieht ein geplantes Grundstücksgeschäft jedoch mit Misstrauen.

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Der Entwurf für die Ecke Clayallee und Argentinische Allee. Inzwischen sind diese Gewerbeneubauten im Rohbau emporgewachsen. Simulation: Promo
Der Entwurf für die Ecke Clayallee und Argentinische Allee. Inzwischen sind diese Gewerbeneubauten im Rohbau emporgewachsen.Simulation: Promo

Auf der ehemaligen Truman Plaza in Dahlem will der Investor Stofanel am 11. Oktober das Richtfest für die umstrittenen neuen Geschäftshäuser an der Clayallee feiern. Dann findet auch der erste Spatenstich für die dahinter geplante Luxuswohnsiedlung statt, sofern die Genehmigung für deren Bau bis dahin vorliegt.

Die Voraussetzung schuf jetzt die BVV Steglitz-Zehlendorf, die mit der Mehrheit von CDU und Grünen den Bebauungsplan für das alte Gelände des Deutsch-Amerikanischen Volksfestes akzeptierte. Verordnete der SPD und der Piratenpartei enthielten sich der Stimme.

Doch es gibt neuen Streit: Die SPD argwöhnt, dass dem Investor ein landeseigener Grünstreifen „kostengünstiger als zum Verkehrswert überlassen werden soll“. Es geht um den Bereich zwischen dem Gehweg der Clayallee und dem Baugelände. Stofanel plant dort Parkplätze für Läden, zu denen ein großer Edeka-Supermarkt und ein Biomarkt gehören sollen. Anwohner aus der nahen Bruno-Taut-Siedlung, die im Verein „Papageiensiedlung“ organisiert sind, fürchten um die Existenz kleiner Geschäfte in der Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte und in Zehlendorf-Mitte; auch städtebaulich sind ihnen die großen Gewerbebauten ein Dorn im Auge.

Laut Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU) hatte der Liegenschaftsfonds den Grünstreifen im Januar als Bauvorbereitungsland mit einem Wert von zwei Millionen Euro eingestuft. Der Investor habe aber nur 600 000 Euro einkalkuliert und auf die Nachricht entsetzt reagiert, sagt Schmidt. Ohne die jahrelangen Debatten um das Projekt hätte man die Flächen früher günstiger kaufen können, soll der Bauherr kritisiert haben.

Dann bat der Liegenschaftsfonds den Bezirk, einen Stichtag für die Wertermittlung zu nennen. Das Bezirksamt empfiehlt den 7. Juli 2009, damals sei der Kaufwunsch aktenkundig geworden. Stofanel teilte mit, man warte auf ein neues Wertgutachten, das der Liegenschaftsfonds in Auftrag gegeben habe.

Der Bezirk bestimme nicht den Preis, betont Stadtrat Schmidt. SPD-Fraktionschef Norbert Buchta ist mit der Anwort des Bezirksamts auf eine Anfrage seiner Fraktion in der BVV aber noch nicht zufrieden und will der Sache weiter nachgehen.

Informationen zum Thema:
www.5morgen.de
www.papageiensiedlung.de

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