Dahlemer Schule : Mathe im Container

Die Rudolf-Steiner-Schule in Dahlem darf ihren Neubau noch immer nicht nutzen. Der Neubau steht zu nah an den Nachbarhäusern. Einige Klassen werden in provisorischen Containern unterrichtet.

Unterricht im Container
Provisorium. Unterricht einer 12. Klasse im Schulcontainer auf dem Hof der Rudolf-Steiner-Schule in Dahlem. -Foto: Thilo Rückeis

DahlemSeit drei Jahren kann der neue Ergänzungsbau, der die Schule an der Dahlemer Clayallee 1,7 Millionen Euro kostete, wegen Klagen von Nachbarn nicht genutzt werden. Das Gebäude müsste laut Urteil des Kammergerichtes vom November 2006 abgerissen werden, weil vereinbarte Mindestabstände zu den Nachbarbauten nicht eingehalten wurden. Die Schule hat Beschwerde beim Bundesgerichtshof eingereicht, eine Entscheidung wird Ende Oktober erwartet. Die Container stehen jetzt unmittelbar vor dem Neubau, zwei Schulklassen und eine Hortgruppe sind hier untergebracht.

Beim Neubau war die Schule davon ausgegangen, dass eine Vereinbarung über einen 20-Meter-Mindestabstand aus den sechziger Jahren verjährt war. Sie baute im Abstand von zehn Metern und ging damit ein Risiko ein. Planungsrechtlich war der Bau nicht zu beanstanden. Das Anwaltsbüro der Nachbarn versicherte, man halte eine einvernehmliche Lösung für möglich, allerdings fördere die Container-Aktion nicht die Vergleichsbereitschaft. Die Nachbarn fühlen sich von der Schule an den Pranger gestellt. Sie hätten nichts gegen Kinder, aber sie verstünden nicht, warum die Schule gerade an dieser Stelle ihren Neubau errichten musste. Die Raumnot für die 760 Schüler ist groß. Schulgeschäftsführer Friedrich Ohlendorf sagte, man wolle eine gütliche Einigung. Aber immer mehr Schüler und Eltern plädierten mittlerweile für Protestaktionen. Die Container kosten die Schule 36 000 Euro im Jahr. (C. v. L.)

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