• DaimlerChrysler befürchtet Verkehrskollaps am Potsdamer Platz und bringt alte Pläne ins Gespräch

Berlin : DaimlerChrysler befürchtet Verkehrskollaps am Potsdamer Platz und bringt alte Pläne ins Gespräch

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Nach Ansicht von DaimlerChrysler droht der neuen Mitte der Stadt ein Verkehrskollaps. 100 000 Menschen, so hat das Unternehmen ausrechnen lassen, werden den Platz mit seinen Bürogebäuden, Kinos und Restaurants in Zukunft jeden Tag ansteuern oder überqueren. Und selbst wenn der größte Teil mit der S- oder der Bahn käme, würden die übrigen Besucher in ihren Autos die umliegenden Straßen komplett verstopfen.

Am Potsdamer Platz steuerten die Verkehrspolitiker in einen Dauerstau, sagte Hans-Jürgen Albrecht von der DaimlerChrysler Immobilien GmbH gestern auf einem Expertentreff des ADAC. "Schwer einsehbar" sei, dass der Autostrom auf den ohnehin knappen Ost-West-Verkehrsadern zusätzlich eingeschränkt werde. Etwa durch die oberirdische Straßenbahnlinie über die Leipziger Straße zum Potsdamer Platz, die die Verkehrsverwaltung bauen lassen will. So brachte DaimlerChrysler gestern den bereits zu den Akten gelegten Plan einer unterirdischen Straßenbahnlinie, sowie eine modifizierte Westtangente wieder ins Gespräch. Einer Studie der Bahn AG zufolge könnte der Tiergartentunnel als "Stadtstraße" unter dem Landwehrkanal hindurch verlängert werden und dann teils oberirdisch, teils durch einen zweiten Tunnel zum Schöneberger Kreuz führen. Staus, die sich laut DaimlerChrysler-Gutachters Gerd Bahm an der geplanten Tunnelausfahrt am verkehrsreichen Reichpietschufer bilden würden, könnten vermieden werden.

Planungen für die, der vorgeschlagenen Verbindung ähnlichen, Westtangente hatte die Große Koalition 1991 gestoppt. Der Bauverwaltung zufolge fügt sich die "Stadtstraße" nicht ins Verkehrskonzept. Danach soll Durchgangsverkehr durch die Innenstadt vermieden und über den Stadtring sowie über den inneren Straßenring geleitet werden, der in den nächsten Jahren mit dem Tunnel geschlossen wird. "So wie der Tiergartentunnel heute konzipiert ist, ist er ein Ersatz für die Entlastungsstraße - mehr nicht", sagte Referatsleiter Georg Müller. Die Verlängerung der Französischen Straße als zusätzliche Ost-West-Verbindung sei zwingend, sagte Müller. Der Ausbau des inneren Rings und einer Reihe von Straßenbahnlinien seien nicht problemlos vereinbar, "Grundsatzentscheidungen" müßten gefällt werden. Außer auf der Leipziger könnten sich Auto und Tram auch auf der Bernauer Straße und auf der Oberbaumbrücke in die Quere kommen. Ziel sei, dass in der City einmal 80 Prozent der Verkehrsteilnehmer mit Bussen und Bahnen unterwegs sind.

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