Berlin : Damit kann man nie früh genug anfangen (14)

Esther Kogelboom

Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, dass Weihnachten ein Fest des Bodens ist? Ja, wirklich! Die Geschenke liegen schließlich im deutschen Durchschnittshaushalt am Fuße des Baumes (den Sie gestern so professionell operiert haben). Und weil sich Weihnachten die ungeteilte Anwesenheit aller auf die Geschenke richtet, richtet sie sich damit gleichzeitig auch auf - den Boden. Gehen Sie doch mal ins Wohnzimmer und gucken Sie nach unten. Sie sehen Dielen, Parkett oder Laminat? Prima, dann brauchen Sie am Heiligen Abend bloß schnell die Staubmausfamilien wegzusaugen. Erspähen Sie allerdings Auslegeware oder einen frei beweglichen Teppich, sollten Sie bereits heute handgreiflich werden. Sie wollen doch nicht, dass Tante Käthe sich Weihnachten zu Ihrer Packung "Mon Cheri" hinabbeugt, mitten in der Bewegung innehält und verdutzt spricht: "Kinder, meine Güte, der Teppich ist aber ganz schön versifft!" Auch, wenn Ihr Teppich nicht wirklich versifft, sondern nur ganz leicht gräulich geworden ist, wird sie das sagen. Eine Horrorvorstellung? Richtig! Und deswegen sollten Sie als Auslegeware-Besitzer heute noch rangehen an den Flausch. Mit einem milden Haar-Shampoo oder auch einem Spezialprodukt aus der Drogerie. Sie müssen ja nur dort schrubben, wo der Baum stehen wird, sagen wir, etwa in einem Umkreis von zwei Metern. Ist der Teppich sauber und noch feucht, föhnen Sie ihn schnell trocken. Legen Sie in unverzüglich ein altes Bettlaken über die saubere Stelle, falls Sie Kinder oder Haustiere haben - damit Tante Käthe am Heiligen Abend nur Augen für Pralinen hat.

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