Berlin : Damit kann man nie früh genug Anfangen (24): Das Gesangsbuch bereit legen

Esther Kogelboom

Fröhliche Weihnachten an alle Festtagschaoten und einen herzlichen Knuff dafür, dass Sie noch immer am Damit-kann-man-nie-früh-genug-anfangen-Ball sind. Sie haben es so gut wie geschafft! Und wie Sie da so ganz entspannt am Frühstückstisch sitzen und an der Schrippe kauen, könnte man fast meinen, Sie hätten alles perfekt vorbereitet und nichts vergessen. Nicht schlecht, wirklich. Großes Lob. Apropos Lob: Haben Sie eigentlich Ihr Gotteslob für die Christmesse heute Abend schon bereitgelegt? Nicht? Dann wird es aber langsam Zeit. Schließlich wollen Sie als Agnostiker zwischen all den Gläubigen nicht auffallen und müssen zu diesem Zweck Camouflage betreiben - mit dem Gebetbuch. Das Mitführen des Gotteslobs hat aber nicht nur eine Tarn-Funktion. Wenn es während der Predigt langweilig wird, können Sie auch noch super drin schmökern. Lesen Sie sich die Gewissensfragen durch. Gucken Sie sich die Lieder an und erinnern Sie sich an Ihre Zeit als Messdienerchen. Vergegenwärtigen Sie sich, dass viele berühmte Leute früher Messdiener waren (Harald Schmidt aus dem Fernsehen zum Beispiel). Wirklich, das ist beste Unterhaltung. Und können Sie sich eigentlich daran erinnern, wie gut so ein Gebetbuch duftet? Also, es wird höchste Zeit, dass Sie aufstehen und lossuchen. In jedem guten Haushalt findet man früher oder später ein Gotteslob mit Goldschnitt. Kommen Sie bitte nicht auf die Idee, die Hotelbibel ersatzweise mit in den Dom zu nehmen. Damit enttarnen Sie sich nicht nur als Agnostiker, sondern auch als angebender, diebischer Agnostiker. Und das wollen Sie nicht ernsthaft.

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