Berlin : Damit kann man nie früh genug anfangen (3)

Esther Kogelboom

Es gibt Dinge vor dem Fest, die sollte man rechtzeitig erledigen, damit der Weihnachtsstress ausbleibt. Nachfolgend unsere tägliche Anleitung für Festtags-Chaoten:

Sicher haben Sie schon alle Wunschzettel Ihrer Lieben säuberlich ausgewertet. Die unmöglichen Wünsche (Porsche, Pitbullwelpe, neuer Kopf) haben Sie ausgeschlossen, die erfüllbaren notiert. . Gut! Doch bevor Sie sich an die Weihnachtseinkäufe machen, sollten Sie sich heute überlegen, wo und warum Sie welche Geschenke verstecken.

Besonders Kinder aufgeklärter Eltern sind wahre Füchse im Aufspüren von Überraschungen. Das sind die Kinder, die schon mit zwei Jahren nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben, die Trepppenleiter aufgeklappen und den Schlüssel zum verbotenen Zimmer finden, der ganz oben auf dem Türrahmen liegt. Aber auch Erwachsene entwickeln kriminelle Energien. Spielen Sie am besten in einer ruhigen Stunde alle möglichen Fangfragen durch, um zu vermeiden, dass Sie sich verplappern. Verunsichern Sie Ihre Mitbewohner mit Methode, was Ihre eigenen Wünsche betrifft. Bedienen Sie zum Beispiel gelassen die alte Kaffeemaschine und sagen: "Eigentlich schmeckt mir der Filterkaffee viel besser als das Zeug aus diesen neumodischen, viel zu teuren, irgendwie überheblichen Espresso-Maschinen."

Oberstes Gebot des verdeckten Shoppens: Widerstehen Sie der Versuchung, im Internet einzukaufen. Zum einen können schlaue Familienmitglieder spielend leicht zurückverfolgen, welche Seiten Sie besucht haben. Zum anderen kommt das Päckchen ganz sicher genau dann an, wenn Sie nicht zu Hause sind. Zweites Gebot: Vernichten Sie verräterische Plastiktüten. Drittes Gebot: Legen Sie falsche Fährten. Und das geht so: Bringen Sie die Geschenke während einer unbeobachteten Sekunde im Wäschekorb zum netten Nachbarn - da können Sie auch das für den netten Nachbarn reintun, darauf kommt der nie. Dann sagen Sie beim Abendessen mit Pokerface: "Die Kammer im Flur ist ab sofort tabu." Beobachten Sie, wie die Lieben um die Kammer schleichen. Machen Sie ab und zu Kommentare wie: "Eigentlich ist es ganz schön unmenschlich, den kleinen Pitbull so lange einzusperren." Dann können Sie sicher sein, dass die Bescherung ein Erfolg wird - ohne vorgetäuschtes "Oh, damit hab ich jetzt wirklich nicht gerechnet", ohne verkrampfte Gesichter und ohne Pitbull.

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