DAS BEWOHNERPORTRÄT : Elisabeth Henneke, 81

Pflegeheim:

Vitanas Seniorenzentrum Birkenhof

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Zerrissene Ader. Eines Tages ging Elisabeth Henneke zum Arzt und kam nie wieder nach Hause. Sie habe so einen Druck auf dem Herzen, erzählte sie ihrem Kardiologen in Leipzig, wo sie damals lebte. Daraufhin schickte er sie sofort zu einer Herzkatheteruntersuchung ins Krankenhaus. Seine Kollegen sollten herausfinden, wie nah Elisabeth Henneke schon einem Infarkt war. Bei der Prozedur zerrissen die Ärzte jedoch eine Ader. Auf der Intensivstation bekam Elisbeth Henneke dann innerhalb von wenigen Tagen gleich zwei Herzinfarkte, die Nieren versagten, ihre Leber wurde beschädigt.

Gepackte Tasche. Elisabeth Henneke ist immer perfekt organisiert. Alles war bis aufs I-Tüpfelchen vorbereitet, als sie zu ihrem Hausarzt ging: Eine Reisetasche gepackt, das Patiententestament geschrieben, ein Bevollmächtigter eingesetzt. „Ich hatte einfach alles vorbereitet, was man als alleinstehende ältere Frau parat haben sollte“, sagt die 81-jährige Neuberlinerin und lächelt.

Odyssee ins Heim. Elisabeth Henneke sitzt in ihrem Sessel im Spandauer Pflegeheim Birkenhof und erzählt. Dabei reibt sich mit runden Bewegungen die Herzgegend. Hier endete ihre Odyssee nach acht Wochen Krankenhaus und Reha vor einem Jahr. Und hier rappelte sie sich ganz langsam wieder auf. Henneke wollte nach Spandau, auch weil ihre Schwester und ihre Nichte gleich um die Ecke wohnen. In deren Nähe, bei ihren nächsten Verwandten, wollte sie leben, deshalb der Umzug nach Berlin. Hennekes Ehemann starb vor sechs Jahren, Kinder hatten sie nicht. Geholfen hat ihr vor allem die Nichte. „Ich habe mich so gefreut, als ich ankam und meine Möbel waren schon da.“ Vor allem aber freute sie sich darüber, nicht allein zu sein: „Das Heim gab mir ein gutes Gefühl der Sicherheit. Eine ungeheure Beruhigung, jederzeit um Hilfe bitten zu können. Auch in der Nacht.“ Inzwischen hat sich Elisabeth Henneke erholt, sie fühlt sich nur noch selten schwach. Meist wirkt sie fröhlich, viel jünger und ziemlich fit. Gern und oft geht sie spazieren. Regelmäßig schaut sie dann bei ihrer Schwester vorbei. Als Henneke dort zum ersten Mal sagte, sie gehe jetzt zurück „nach Hause“, freute sich die Schwester sehr: Elisabeth hat sich im Seniorenzentrum schnell eingelebt. dma

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