Berlin : Das bisschen Dreharbeit macht sich von allein

Brad Pitt, Matt Damon, Don Cheadle und Jerry Weintraub kamen zur Premiere ihres Films „Ocean’s Twelve“ ins Sony-Center

Die Kälte hat sie nicht beeindruckt: Eine ganze Stunde nahmen sich gestern Abend die Stars von „Ocean’s Twelve“ Zeit für den Weg über den ewig langen roten Teppich zur Filmpremiere im SonyCenter. Zur Begeisterung der rund 2000 Fans, die zuvor zum Teil Stunden ausgeharrt hatten. Besonders Brad Pitt, schrieb mit schwarzen Lederhandschuhen unzählige Autogramme und ließ den Kreischpegel der Mädchen in den Hochfrequenzbereich ausschlagen. Auch Matt Damon hatte gut zu tun. Digitalkameras und Foto- Handys wurden zu Hunderten in die Höhe gereckt. Kollege Don Cheadle und Produzent Jerry Weintraub mussten länger auf die beiden warten. Gut, dass wenigstens sie dicke Schals umgelegt hatten.

Am Nachmittag hatte die Abordnung aus den USA bereits zur Presskonferenz in den Ballsaal des Adlon geladen. Mit etwas Zusammenrücken hätten sicher alle zwölf Filmkomplizen hinter dem Tisch Platz gehabt, war doch der riesige Podiumstisch aus dem Filmtitel geformt, mit den roten Lettern als Unterbau und gläserner Platte. Leider machte sich nur das Quartett Pitt, Damon, Cheadle und Weintraub hinter den Mikrofonen breit. Eigentlich wollte auch George Clooney nach Berlin kommen, hatte aber wegen Rückenproblemen kurzfristig abgesagt.

Es müssen höchst entspannte und unterhaltsame Dreharbeiten gewesen sein. Nicht dass man in der halben Stunde viel darüber erfahren hätte. Jedenfalls kaum Konkretes, analytische Einschätzungen der eigenen Arbeit oder verbürgte Anekdoten. Eher konnte man im Pingpong der Scherzantworten, in den wechselseitigen Flapsereien erahnen, wie es zuging bei der Arbeit auf dem Set. Obwohl, war es das überhaupt? „Ich kann es nicht wirklich Arbeit nennen“, ulkte Brad Pitt. Regisseur Steven Soderbergh, der musste natürlich ran, dem zollten sie alle großen Respekt, und Matt Damon wurde tatsächlich mal präzise: Eine lange Szene sollte gedreht werden, sechs Seiten im Skript. Andere Regisseure brauchen dafür eine Woche, aber Soderbergh hatte alles genau vorbereitet, den Boden mit Markierungen für die Kamerapositionen und Zahlenangaben für die Höhe der Kameraeinstellung bedeckt. Nach anderthalb Tagen war die Szene im Kasten.

Der Plan zur Fortsetzung von „Ocean’s Eleven“ sei in Rom entstanden, wohin sie gereist seien, um den Film vorzustellen, erzählte Jerry Weintraub. Beim Essen nach der Pressekonferenz sei Soderbergh die Idee gekommen, die erste Szene habe er schon im Flugzeug entworfen. „Für den Rest brauchte er anderthalb Jahre.“ Probleme, das Team ein zweites Mal zusammen zu bekommen? „Alle vermuten, das sei ein großes Puzzle gewesen. Aber es war sehr einfach. Ich habe alle angerufen, und sie haben Ja gesagt.“

Ursprünglich hatte Soderbergh auch an Berlin als Drehort gedacht, jedenfalls hatte er das bei der Berlinale 2003 angedeutet, und das Gerücht hatte sich beharrlich gehalten. Das sei dann aber schon wegen Matt Damons „Bourne Verschwörung“ nicht gegangen, sagte Weintraub. Damon habe bei den Dreharbeiten Berlin schon abgegrast, beim Zuschauer hätte es bestimmt einen Bourne-Flashback gegeben. Klar, dass man den scheute wie Ocean’s Zwölf die Rache des von ihnen ausgeplünderten Las-Vegas- Schurken.

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