Berlin : Das Dokumentationszentrum in der "Bernauer" wird am 9. November fertig

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Im neuen Dokumentationszentrum der Berliner Mauer in der Bernauer Straße 111 wird eine Werkschau mit Beiträgen zu den Auswirkungen des "antifaschistischen Schutzwalls" vorbereitet. Wie uns Pfarrer Fischer von der Versöhnungsgemeinde, in deren Räumen die Ausstellung gezeigt wird, sagt, werden Themen wie Flucht, Aktionen gegen den Wall und Alltag im Schatten der Mauer behandelt. Durch den Zugang zu den Akten der Gauck-Behörde, durch Interviews mit Zeitzeugen und Dokumente der West-Berliner Polizei "kommt mancherlei Neues ans Licht", sagt Manfred Fischer. Zum 9. November soll die Ausstellung in zwei Etagen des Hauses der Versöhnungsgemeinde eröffnet werden. Das Projekt wird mit 750 000 Mark finanziert. 500 000 Mark kommen aus dem Hauptstadt-Kulturfonds, 250 000 von der Senats-Kulturverwaltung. Die Ausstellung ist als inhaltliche Ergänzung zur gegenüberliegenden Mauer-Gedenkstätte gedacht, jener kargen und umstrittenen künstlerischen "Bearbeitung" der Mauer, die mehr Fragen stellt als beantwortet.

Gestern besuchte Walter Momper das Dokumentationszentrum und begrüßte "das jahrelange Engagement von Pfarrer Fischer, der das Haus der Versöhnungsgemeinde zur Verfügung gestellt hat und seit Jahren dafür kämpft, dass dieses Zentrum auch angemessen ausgestattet wird". In diesem Zusammenhang bezeichnete es Walter Momper als "Armutszeugnis für Berlin", dass ein Lottomittel-Antrag in Höhe von 2,8 Millionen Mark zur Finanzierung des Dokumentationszentrums "ganz offenbar an der fehlenden Unterstützung des Kultursenators" gescheitert sei.

Übrigens beginnt kommenden Montag der Österreicher Martin Rauch damit, den geplanten Stampflehmbau für die Kapelle der Versöhnung auf dem einstigen Mauerstreifen zu errichten. Dies ist das erste öffentliche Neubauprojekt in Stampflehmbauweise seit 100 Jahren in Berlin!

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