Berlin : Das Drama geht weiter

Neuer Akt beim Schauspiel am Checkpoint Charlie

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In dem bizarren Streit um das verhüllte Wachhäuschen am Checkpoint Charlie schien es am Sonntagnachmittag eine überraschende Wende zu geben. Die Chefin des Mauermuseums, Alexandra Hildebrandt, schlug vor, sie würde sofort die Plane öffentlich abnehmen, wenn die Studenten dann nach Hause gingen. Sie plane, am 9. November ein Theaterstück aufzuführen, dafür brauche sie noch Schauspieler. Vielleicht könnte man ja über eine Zusammenarbeit reden. „Darauf können wir verzichten“, sagte Schauspieler Tom Luszeit dazu.

Hildebrandt hatte das Kontrollhäuschen vor dem Museum aus Protest eingepackt, weil dort Schauspieler in Uniformen der Volkspolizei als FotoMotiv für Touristen posierten. Die Schauspielstudenten, die mittlerweile Alliierten-Uniformen tragen, standen auch Sonntag wieder vor der Baracke. „Wir müssen schließlich an der Front sein“, sagte ihre Sprecherin Kirsten Adamik. Sie erwarte, dass die zuständige Behörde am Montag komme und die Plane abnehme. Statt aufzugeben, wollen die Schauspieler ihre Aktivitäten eher noch ausdehnen.

Das Bezirksamt hatte das Mauermuseum aufgefordert, die Verhüllung bis Montag zu beseitigen, Museumschefin Hildebrandt wollte dem aber nicht Folge leisten. „Wir haben Widerspruch eingelegt“, sagte sie dem Tagesspiegel. fk

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