Berlin : „Das dringendste Problem ist der Flughafen“

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Der BerlinTourismus steckt in der Krise. Das spüren besonders die Hotels. Lars von Törne sprach mit Manager Burkhard Grunzke.

Was lockt mehr Besucher in die Stadt? Ein Sofortprogramm des Senats für Weihnachten, wie von CDU-Fraktionschef Steffel gefordert?

Wohl kaum. Bei allem Wohlwollen für Ad-hoc-Programme: Die Lösung für die Krise kann man nicht aus dem Hut zaubern. Welcher Markt soll denn auf kurzfristige Angebote reagieren? Wir brauchen etwa ein Jahr, um neue Angebote zu vermarkten.

Was könnte in der Weihnachtszeit mehr Touristen anziehen?

Bestehende Angebote wie die sieben Shopping-Weekends oder die vielen Weihnachtsmärkte ziehen auf jeden Fall viele Besucher an. Das Shopping in Berlin müsste allerdings generell noch stärker beworben werden. Aber damit kann man nicht den generellen Einbruch der Zahlen ausgleichen, dessen Ursache in der allgemeinen Krise liegen.

Was müsste die Politik tun, um Berlins Besucherzahlen wieder zu erhöhen?

Das dringendste Problem ist der Flughafen. Wir brauchen flächendeckende Anschlüsse in alle Welt. Auch muss die Zusammenarbeit zwischen Messe, ICC und Hotels verbessert werden, um neue Kunden zu akquirieren.

Und bei der Tourismuswerbung?

Es wäre nötig, nicht nur die jüngsten Kürzungen bei der Berlin Tourismus-Marketing-Gesellschaft rückgängig zu machen, sondern deren Etat noch zu erhöhen.

Würden mehr große Veranstaltungen helfen?

Ja. Gut wären Veranstaltungen wie Europapokal-Endspiele. Noch wichtiger wäre es aber, sich zwischen Hotels, Tourismuswerbung und Kultureinrichtungen besser abzustimmen. Wir könnten zum Beispiel viel mehr Gäste haben, wenn man schon ein Jahr vorher Karten für Opernpremieren buchen könnte. Oder wenn man es bei drei Opern schaffen würde, nicht im Sommer alle Häuser gleichzeitig dichtzumachen.

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