Berlin : Das Ende der Poller-Posse

Nach einigem Hin und Her hat der Bezirk Mitte 20 Schilder aufstellen lassen, die das Parken auf dem Schloßplatz verbieten

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Nun ist das Parken auf dem Schloßplatz wirklich und weithin sichtbar verboten. Gestern stellte der Bezirk etwa zwanzig Schilder auf, die „auf dem gesamten Parkplatz“ das Abstellen von Autos untersagen. Dies gilt ab kommenden Donnerstag, zehn Uhr. An diesem Tag will der Bezirk aus dem Parkplatz eine Abstellfläche für Reisebusse machen.

Damit neue weiße Markierungen auf dem Asphalt aufgetragen werden können, muss der Platz natürlich leer sein. „Wer am Donnerstag noch dort steht, den räumen wir weg“, sagte Polizeidirektor Michael Schönfelder, Leiter des nahe gelegenen Abschnitts 32. Damit endet die wochenlange Park und Poller-Posse vor dem Palast der Republik.

Wie berichtet, hatte der Bezirk Mitte die überwiegend aus Italien stammenden Camper vertreiben wollen. Nachdem ein italienisches Camper-Blättchen den Gratis-Platz empfohlen hatte, standen teilweise zwei Dutzend Wohnmobile dort auf dem Platz. Eine lange Reihe von Metallpollern wurden im Boden verankert. Doch da eine drei-Poller-Lücke bestehen blieb, änderte sich auf dem Platz gar nichts. Das zeitgleich vor zwei Wochen vom Bezirk aufgestellte einzelne Halteverbotsschild wurde kollektiv missachtet. Nach Angaben von Mittes Baustadträtin Dubrau sollte das Schild für den ganzen Platz gelten. Es wurde jedoch zum Beispiel am Sonntag von bis zu 100 Autos und Campingwagen gleichzeitig missachtet – zumal fünf Meter weiter ein weiteres Schild auf einen gebührenpflichtigen Parkplatz hinwies. Auch Polizeidirektor Schönfelder widersprach der Baustadträtin. Ein einzelnes Schild an der Einfahrt reiche absolut nicht aus, sagte der leitende Beamte. Ein Haltverbot müsse erkennbar sein, das Schild sei „sehr undeutlich gewesen“. Wie berichtet, hatte die Polizei den Wunsch des Bezirkes jedoch ignoriert und in den vergangenen Wochen keine Autos auf dem Schloßplatz kontrolliert.

Das wird ab Donnerstag anders. Da der Bezirk die gesetzlich vorgeschriebene Drei- Tage-Frist bei der Aufstellung eingehalten habe, sei das Verbot eindeutig. Dann sollen die Reisebusse kommen, für die es in der Innenstadt weiterhin viel zu wenig Plätze gibt. Die Tourismus-Gesellschaft fordert seit langem mehr Platz für Reisebusse. Für Wohnmobile gibt es nach dem Aus auf dem Schloßplatz am Donnerstag dagegen noch keine Lösung. Ha

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