Berlin : Das Estrel würde bei der Leichtathletik-WM zum „Olympischen Dorf“

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Zum dritten Mal bewirbt sich Berlin um eine LeichtathletikWM. Sie sind in Berlin als erfolgreicher Unternehmer tätig – wie viele Niederlagen kann man sich denn leisten, bevor man von einer Sache besser Abstand nehmen sollte?

In einem Geschäft wie meinem verliert man jeden Tag irgendwo, aber man gewinnt auch jeden Tag etwas. Bei einer WM-Bewerbung gibt es natürlich nur eine sehr eingeschränkte Möglichkeit, zu gewinnen. Man muss aber auch eine Niederlage aushalten können…

…und noch einen Anlauf nehmen?

Ich bin jetzt zum zweiten Mal dabei und würde nicht für eine weitere Bewerbung zur Verfügung stehen. Das sollte dann jemand anders machen, dem nicht schon zwei Niederlagen anhaften. Aber für die Stadt Berlin sollte es mit dem neuen Olympiastadion selbstverständlich sein, sich weiterhin zu bewerben.“

Berlin gilt als Favorit, Valencia als härtester Konkurrent.

Wir nehmen Valencia und auch Split sehr ernst. In punkto Kompetenz, Fachlichkeit und Rahmenbedingungen sind alle Bewerber gleichgestellt – alles andere ist Kaffeesatzleserei.

Womit kann Berlin punkten?

Wir haben das neue Olympiastadion und das Estrel in Neukölln als erstklassiges Hotel, das so groß ist, dass alle Athleten wie in einem Olympischen Dorf gemeinsam untergebracht werden können. Berlin hat eine sehr gute Infrastruktur. Und wir haben eine große Tradition in der Leichtathletik sowie internationale Topveranstaltungen wie das Istaf oder den Marathon.

Osaka hat die WM 2007 quasi konkurrenzlos zugesprochen bekommen, weil sich der Weltverband IAAF gegenüber den japanischen Sponsoren verpflichtet fühlte. Was bieten Sie wirtschaftlich an?

Wir haben von mehreren großen deutschen Unternehmen die Absichtserklärung, die Leichtathletik-Weltmeisterschaften zu unterstützten, wenn sie nach Berlin vergeben werden. Es gibt einen starken Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Politik und Sport.

In internationalen Gremien heißt es: Die beste Waffe Valencias heißt Clemens Prokop. Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes hatte bei einer Präsentation gepatzt, als er keinen Dolmetscher hatte und in holprigem Englisch vortrug. Berlin unterlag Helsinki überraschend bei der Bewerbung für 2005.

Ich kenne diese Kritik. Aber ich war damals bei der Präsentation dabei und habe es nicht so gesehen. Unabhängig davon haben wir an der Präsentation gearbeitet, und wir haben garantiert alles getan, um sie so professionell wie möglich zu gestalten. Aber auch dazu möchte ich jetzt nicht mehr verraten.“

Das Gespräch führte Jörg Wenig

Werner

Gegenbauer, 54,

trieb Berlins Bewerbung um die Leichtathletik-WM voran. Der Unternehmer ist Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer.

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